Ein offenes Wort zu Vitamin-Studien

Vitamin-Studien: schalten Sie Ihren Verstand ein!

„Trau nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ ist eine Redewendung unter Wissenschaftlern. Und es steckt viel Wahrheit in ihr. Denn nur weil eine Aussage scheinbar durch eine „Studie“ „belegt“ ist, heißt es noch lange nicht, dass sie wahr ist. Deshalb muss man beim Lesen von Studien und Studienergebnissen immer seinen gesunden Menschenverstand mit benutzen. Denn Wissenschaftler kennen Mittel und Wege, um das Studienergebnisse in die Richtung zu biegen, in der sie es haben wollen.

Vitamin-StudieDeshalb lautet die erste Frage beim Lesen von Studienergebnissen: Wer profitiert? Wenn jetzt die Pharmaindustrie eine Studie in Auftrag gibt und die Ergebnisse sprechen FÜR das Medikament, dann gehen bei mir immer die Alarmglocken an. Denn die Pharmafirma profitiert von dem Studienergebnis.

Sie werden sich sicherlich die Frage stellen, wie denn eine Firma/ein Institut ein Ergebnis zurechtbiegen kann. Nun, da sind viele Mittel und Wege vorstellbar und sicherlich auch bekannt. Da ist zum einen die Fragestellung: Schon durch die Zugabe oder Wegnahme des Wortes „eigentlich“ kann ein Umfrageergebnis verändert werden. Beispiel: „Haben Sie eigentlich das Gefühl, dass es Ihnen mit dem Medikament insgesamt besser geht?“ gibt ein anderes Ergebnis als die Frage „Haben Sie das Gefühl, dass es Ihnen mit dem Medikament insgesamt besser geht?“

Auch kann ich durch die Wahl der Studienteilnehmer das Ergebnis beeinflussen. Eine Studie mit Vitaminen bei Krebserkrankungen kann schlecht ausgehen, wenn die Studienteilnehmer alle im Endstadion sind.

Und wenn in den Medien von Studien die Rede ist, in denen Vitamine scheinbar den Krebs fördern, so würde ich gerne näher hinschauen.

Was für Vitamine wurden hier genommen? Wurden hier vielleicht diese Brausetabletten eingenommen, voll von künstlichen Süßstoffen, Geschmacksstoffen und Farbstoffen?

Was hat dann den Krebs erzeugt – die Vitamine oder die „Verpackung“?

Leider gibt es kaum eine Möglichkeit, solche Studien im Detail zu untersuchen. Viele Studien stehen zusammengefasst im Netz, doch Laien haben kaum eine Chance, die medizinische Fachsprache zu verstehen. Deshalb möchte ich an Sie appellieren: Schalten Sie nie beim Lesen von Studienergebnissen oder wissenschaftlichen Artikeln Ihren gesunden Menschenverstand aus! Und fragen Sie sich immer „Wer profitiert?“

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