Vitamin D und Kopfschmerzen

Wenn die Spannung im Kopf steigt, kann ihr Vitamin D-Spiegel niedrig sein.
Zusammenhang zwischen Nicht-Migräne-Kopfschmerzen und Vitamin-D-Werten festgestellt.

Es ist ein Phänomen, das Wissenschaftler im „The Journal of Headache Pain“ beschrieben haben: Je weiter die Menschen weg vom Äquator leben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Kopfschmerzen entwickeln. Die Forscher vermuten hier einen Zusammenhang mit der Sonne und dem Vitamin D. In Gegenden ohne starke Sonneneinstrahlung können die Menschen nicht soviel Vitamin D produzieren, wie in Gegenden um den Äquator herum. Ihr Spiegel an Vitamin D ist dann meist niedriger. Das scheint dazu zu führen, dass dann Kopfschmerzen häufiger auftreten.

Frau mit Migräne

Vitamin D und Kopfschmerzen: gibt es einen Zusammenhang? Welche Studienergebnisse gibt es in Verbindung mit dem Vitamin-D-Spiegel?

Diesen Zusammenhang haben Forscher des University Hospital of North Norway in Tromsø untersucht. Sie unterschieden zwischen den Kopfschmerzen vom Nicht-Migräne-Typ und Migräne-Kopfschmerzen. In der Studie traten Kopfschmerzen vom Nicht-Migräne Typ um 20% häufiger auf, wenn die Teilnehmer den niedrigsten Vitamin-D-Spiegel hatten (gemessen am 25-Hydroxy-Vitamin-D im Serum). Allerdings konnte dieser Zusammenhang bei der Migräne nicht hergestellt werden – er gilt nur für den Nicht-Migräne-Kopfschmerz.

Die Forscher vermuten, dass Vitamin D gerade in den Hirnregionen eine Rolle spielt, die auch in der Pathophysiologie des Kopfschmerzes eine Rolle spielen.

Dieser Zusammenhang wurde bei insgesamt 11.614 Probandenin der Tromsø-Studie getestet (es war die 6. Tromsø Studie). Die Teilnehmer wurden befragt, ob Sie im vergangenen Jahr Kopfschmerzen hatten und wenn ja, welche Kopfschmerzen dies waren. Sie wurden auch zur Häufigkeit, Dauer, Art und Intensität der Kopfschmerzen befragt. 1051 Probanten erfüllten die Kriterien für einen Nicht-Migräne-Kopfschmerz, und 725 Probanten gaben an, Migräne zu haben – wobei nur die Hälfte davon wirklich die Migräne-Kriterien erfüllte.

Bei der Auswertung der Daten wurde berücksichtigt, ob sie Raucher waren, denn das Rauchen schien zu einer Überschätzung des 25(OH)D-Wertes zu führen. Gleichzeitig wurde in einer ersten Auswertung Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index und chronische Erkrankungen erhoben und bei der Auswertung bedacht. In einer zweiten Auswertung wurden weitere Störgrößen wie körperliche Betätigung, Alkoholkonsum und Bildungsgrad herausgerechnet. Bei beiden Berechnungen blieb der signifikante Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Spiegel und dem Nicht-Migräne-Kopfschmerz bestehen.

Dies bestätigt eine Studie aus dem Jahr 2009 aus Indien, die in „Headache“ veröffentlicht wurde. Allerdings war dies eine Fallstudie mit nur 8 Patienten, die gleichzeitig einen Vitamin D-Mangel und chronische Spannungs-Kopfschmerzen hatten. Ihr Vitamin D Wert war unter 10 ng/ml und somit sehr niedrig.

Den Probanten halfen konventionelle Kopfschmerz-Tabletten nicht. In dieser Studie wurden den Probanten nun täglich 1000 bis 1500 IE Vitamin D gegeben und zusätzlich 1000 mg Calcium. Der Kopfschmerz ging bei den Probanten nach wenigen Wochen dieser Therapie zurück.

Die Forscher führten dies auf die Anhebung des Vitamin D-Spiegels zurück, da der Calcium-Spiegel innerhalb einer Woche sich schon normalisiert hat, der Vitamin-D-Spiegel jedoch erst nach ein paar Wochen. Der Kopfschmerz ging auch erst nach 4 bis 6 Wochen zurück, also schien ein Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und den Kopfschmerzen zu bestehen.

Die Neurologin Stasha Gominak hat in ihrer Praxis solch eine Korrelation auch festegestellt, allerdings sieht sie dies im Zusammenhang mit der Schlafqualität ihrer Patienten.

So hat sie festgestellt, dass viele Patienten, die mit Kopfschmerzen oder anderen Störungen wie chronischem Schmerz, Schlaganfall, Erfinnerungsverlust, Depression u. a. zu ihr kamen, auch allesamt schlecht schliefen. Zuerst hat sie dann versucht, die Schlafqualität ihrer Patienten zu verbessern. Schließlich stellte sie fest, dass es auch einen Zusammenhang zwischen dem Schlaf und dem Vitamin D-Spiegel ihrer Patienten zu geben scheint. Daraufhin hat sie ihren Patienten Vitamin D verordnet. Dadurch scheint sich sowohl der Schlaf wie auch die Grunderkrankung ihrer Patienten zu verbessern. Durch den besseren Schlaf würden dann aus Sicht von Dr. Gominak auch solche Probleme wie Kopfschmerzen zurückgehen.

Nach Wikipedia gehören Kopfschmerzen neben den Rückenschmerzen zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen: Vier bis fünf Prozent der Deutschen leiden unter täglichen Kopfschmerzen und ganze 70 % haben anfallsweise oder chronisch (d.h. wiederkehrend) Kopfschmerzen. Es sind über 250 verschiedene Arten von Kopfschmerzen bekannt. Die meisten Kopfschmerzerkrankungen sind Migräne und der Spannungskopfschmerz, die auch kombiniert auftreten können. Man unterscheidet zwischen primären Kopfschmerzen (Ursache unbekannt, der Kopfschmerz ist die Erkrankung) und sekundären Kopfschmerzen (eine andere Erkrankung verursacht die Kopfschmerzen).

Bei Kopfschmerzen ist es aus meiner Sicht ebenso sehr wichtig, nicht nur auf seinen Vitamin-D-Spiegel zu achten, sondern auch auf die Wasser-Zufuhr. Denn im dehydrierten Zustand kann der Körper nicht optimal funktionieren – Kopfschmerzen können als Folge auftreten. Deshalb greifen Sie, bevor Sie zur Tablette greifen, erstmal zu einem großen Glas Wasser.

 

Quellen:

Harrison, Pam: Mehr Kopfschmerzen bei niedrigen Vitamin-D-Serumspiegeln. In: http://www.medscapemedizin.de/artikel/4900731 (Abruf vom 08.09.2014)

Doherty, Colleen: Is There a Link Between Vitamin D Definciency and Headaches? In: http://headaches.about.com/od/headaches101/a/Vitamin-D-Deficiency.htm (Abruf vom 08.09.2014)

Wikipedia: Kopfschmerz. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Kopfschmerz (Abruf vom 08.09.2014)

Gominak, Stasha: Sleep, Chronic Pain, and Headaches. Vitamin D Hormone. In: http://drgominak.com/vitamin-d-3/ (Abruf vom 08.09.2014)

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