Vitamin D und Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs-Zellen werden durch Vitamin D und Retinoide (Vitamin A) gehemmt, vermutet eine Studie

Schon in einer Studie von 1996 wird ein Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Level wie auch dem Vitamin A-Level und dem Wachstum von Bauchspeicheldrüsenkrebs-Zellen hergestellt.

Die Forscher betonen, dass Retinoide (also die chemischen Verbindungen, die mit Vitamin A verwandt sind) und Vitamin D grundsätzlich wichtige Faktoren für das Regulieren von Zellwachstum und Zelldifferenzierung sind. In ihrer Studie haben sie nun den Einfluss von Retinoiden und Vitamin D auf das Zellwachstum von Bauchspeicheldrüsenkrebs beobachtet. Dabei konnten sie feststellen, dass Vitamin D allein, ohne Retinoide, nicht signifikant das Zellwachstum hemmt, aber eine Kombination von Retinoiden und Vitamin D zusammen das Wachstum von Bauchspeicheldrüsenkrebs-Zellen zu beeinflussen scheint.

Illustration menschliches Organ

Krebsgeschwuere in der Bauchspeicheldruese sind besonders gefaehrlich. Zum einen wachsen sie schnell. Zum anderen werden sie meist sehr spaet entdeckt, weil sie lange Zeit keine Beschwerden verursachen. Der groesste Teil der Tumoren entsteht am Bauchspeicheldruesenkopf. Die Krebsgeschwuere befallen haeufig auch die Nebenorgane.

Auch andere Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Spiegel und Bauchspeicheldrüsenkrebs hin. In einer amerikanischen Studie wurden die Daten von 2 Gesundheitsumfragen ausgewertet. Zum einen hat man darin 1984 über 75 000 Frauen befragt und 1986 über 46 000 Männer und zum anderen hat man dann im Jahr 2000 den Krankheitsverlauf der Personen untersucht. 365 Personen haben in der Zeit einen Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickelt. Personen der Studie, die täglich weniger als 150 IE Vitamin D zu sich nahmen, hatten auch ein höheres Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken als Personen, die mehr Vitamin D zu sich nahmen. Hier gab es jedoch eine Grenze: Es hat keinen signifikanten Unterschied gemacht, ob Personen um die 400 IE Vitamin D täglich zu sich nahmen oder noch mehr. In Zahlen: Die tägliche Einnahme von 400 IE Vitamin D reduziert das Bauchspeicheldrüsenkrebs-Risiko um 43 %. Personen jedoch, die weniger als 150 IE Vitamin D zu sich nahmen, hatten ein 22 % höheres Risiko, an diesem Krebs zu erkranken.

Bauchspeichdrüsenkrebs ist eine gefährliche Krebsart, da sie schnell tödlich verlaufen kann. Jeder 4. Krebstote stirbt in Deutschland an dieser Krankheit

Hier erkranken jährlich etwa 15.400 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Männer erkranken im Durchschnitt im Alter von 68 Jahren an diesem Krebs, Frauen im Alter von 75 Jahren. Nur 10 bis 15 % der Betroffenen können noch operiert wird, die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei den Opeerieren jedoch nur zwischen drei und 25 Prozent. Bei den Nicht-Operierten schlägt oft eine Chemietherapie schlecht an.

Die Bauchspeicheldrüse, medizinisch Pankreas genannt, sitzt im Oberbauch und bildet Verdauungsenzyme, die sie an den Zwölffingerdarm abgibt. Sie ist dadurch eine exokrine Drüse, d.h. sie gibt nach außen ab. Diese Enzyme zerkleinern die Nahrung, so dass die Darmschleimhaut sie aufnehmen kann. Die Drüse bildet ebenso Hormone, die sie direkt ins Blut überführt. Deshalb wird die Drüse auch gleichzeitig als endokrine Drüse bezeichnet, da sie nach innen, ins Blut, abgibt.  Die Bauchspeicheldrüse ist mit ihrer Hormonabgabe auch direkt an der Regulierung des Blutzuckerspiegels beteiligt.

Quellen:

1) o. A., übersetzt von Dr. med. W. Wedekind: Vitamin D kann das Risiko, einen Bauchspeicheldrüsenkrebs zu bekommen, um nahezu die Hälfte reduzieren! In:

http://www.cellsymbiosis-netzwerk.de/files/Hauptordner/angebotene-downloads/aktuelles/vitd_skinner_pankreas.pdf

2) Wikipedia: Bauchspeicheldrüse. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Bauchspeicheldr%C3%BCse

3) Wikipedia: Pankreastumor. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Pankreastumor

4) Skinner, HG, Michaud, DS, Giovannucci, E, Willett, WC, Colditz, GA; Fuchs, CS: Vitamin D intake and the risk for pancreatic cancer in two cohort studies. In: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16985031

Copyright Illustration: Henning Riediger
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