Vitamin D und Rheuma

Bei höherem Vitamin D-Spiegel weniger Symptome und mehr Lebensqualität.

Die rheumatoide Arthritis – im Volksmund auch als Rheuma bekannt – ist eine Krankheit, die viel Leid verursacht. Oftmals haben die Patienten chronische Schmerzen, schwache Muskeln und Probleme mit ihrer Stimmung. Die Gelenke der Hände und Füße entzünden sich, schwellen an und führen auch zur Deformation der Gelenke.

Vitamin-D Zusammenhang und Rheuma

Vitamin-D und Rheuma. Gibt es einen Zusammenhang? Wie sieht der Vitamin-D-Spiegel aus?

Neuere Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen der Krankheitsaktivität – also im Prinzip zwischen dem Ausmaß der Erkrankung – und dem Vitamin D-Mangel hin. Eine polnische Studie vom Militär Institut der Medizin in Warschau hat diesen Zusammenhang untersucht. Genau genommen haben sie die Lebensqualität der Betroffenen gemessen, ihre physische Aktivität und ihre Krankheitsaktivität. Diese Studie wurde 2015 im Journal of Clinical Rheumatology veröffentlicht.

Die Studienleiter haben 97 Patienten mit rheumatoider Arthritis in ihre Studie aufgenommen und in die Kontrollgruppe 28 Patienten mit Osteoarthritis. Osteoarthritis-Patienten haben auch Schmerzen in ihren Gelenken, diese wird aber nicht durch Entzündung der Gelenke erzeugt, sondern durch Abnutzung. Ihre Gelenke schwellen auch nicht so sehr an.

Keiner der untersuchten Patienten hatte zuvor Vitamin D eingenommen. Die Patienten haben einen Fragebogen ausgefüllt, der die Schwere einer Depression misst, sowie einen Fragebogen zum Gesundheitszustand und das SF-36 Formular, durch das der Grad des Schmerzes wie auch der generelle Gesundheitszustand gemessen wird. Mit den Fragen zum Gesundheitszustand wurde auch die Lebensqualität gemessen, die die Betroffenen haben. Die Krankheitsaktivität wurde durch das Disease Acitvity Score 28 (DAS28) erhoben, durch das die Symptome der rheumatoiden Arthritis näher untersucht wurden.

Zusätzlich wurde das Blut der Patienten untersucht, und zwar ihr Vitamin D-Spiegel, ihr Calcium- und Phosphorspiegel und der Spiegel des Parathyroidhormons gemessen. Warum der Hormonspiegel wie auch der Calcium- und Phosphorspiegel gemessen wurde, ist mir nicht bekannt. Interessant ist aber der Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Spiegel und der Rheuma-Symptomatik:

  • Über 76 % der Rheuma-Kranken hatten einen Vitamin D-Spiegel unter 20 ng/ml, was viel zu niedrig ist
  • Über 38 % hatten sogar einen Spiegel unter 10 ng/ml, sie waren also mit Vitamin D extrem unterversorgt
  • Ähnliche Werte hatten auch die Patienten mit Osteoarthritis, die meisten von ihnen waren somit auch mit Vitamin D unterversorgt
  • Es gibt eine negative Korrelation zwischen dem Vitamin D Status und der Krankheitsaktivität bei den Patienten mit aktiver Arthritis – je niedriger der Vitamin D-Status, desto höher war die Krankheitsaktivität
  • Die Rheuma-Patienten mit Vitamin D-Mangel hatten eine schlechtere Lebensqualität als die Patienten mit „normalem“ Vitamin D-Spiegel (ich schreibe „normal“ in Anführungszeichen, weil hier nicht definiert wurde, wie hoch der Wert sein musste, um als „normal“ angesehen zu werden. Wenn hier ein Vitamin D-Spiegel von über 20 ng/ml als normal angesehen wurde, ist der immer noch zu niedrig aus meiner Sicht. Ich möchte hier mal wieder auf die Aussage von Dr. Perlmutter verweisen, der einen Vitamin D-Spiegel von 80 ng/ml als erstrebenswert ansieht).

Die Schlussfolgerung der Studienleiter: Bei Rheuma-Patienten ist ein Vitamin D Mangel weit verbreitet und steht in Zusammenhang mit schlechterer Krankheitsaktivität wie auch schlechterer Lebensqualität.

Einschränkend muss man allerdings erwähnen, dass hier Patienten in die Studie aufgenommen wurden, die gerade neu die Diagnose bekommen haben, und die dadurch wahrscheinlich generell eine höhere Krankheitsaktivität aufweisen und dadurch auch eine schlechtere Lebensqualität haben. Auch wurde der Vitamin D-Spiegel nur 1x gemessen.

Noch interessanter hätte ich die Studie auch gefunden, wenn man sie ausgeweitet hätte. Wie ergeht es den Patienten, wenn ihr Vitamin D-Spiegel mal auf 80 ng/ml angehoben wird? Gehen dann die Symptome zurück? Steigert sich dadurch ihre Lebensqualität?

Auch ältere Studien haben schon festgestellt, dass bei Patienten mit rheumatoider Arthritis der Vitamin D-Spiegel zu niedrig ist. Im Journal of Rheumatology wurde 2011 eine Studie veröffentlicht, bei der 850 ältere Rheuma-Patienten (Durchschnittsalter 64 Jahre) untersucht wurden: 84 % der Betroffenen hatten einen zu niedrigen Vitamin D-Spiegel, 43 % hatten sogar einen ausgeprägten Mangel. Hier wurde als ein Mangel bezeichnet, wenn der Wert des 25-Hydroxy-Vitamin D (25-OH-D, der Laborwert, durch den man den Spiegel definiert) unter 20 ng/ml liegt. Als Unterversorgung wurde ein Wert von unter 30 ng/ml definiert. Hier wurde also zwischen Mangel und Unterversorgung unterschieden, und als normal ein Wert von über 30 ng/ml angesehen.

Wenn der Spiegel der Patienten unter 20 ng/ml war, hatten die Patienten mehr schmerzhafte Gelenke, auch war ihr Spiegel eines wichtigen Entzündungsmarkers (hsCRP) höher).

Jeder fünfte Patient hatte in dieser Studie einen Wert unter 10 ng/ml. Dies kann tödlich enden, da sich dadurch die Zahl der Kreislauf-, Herz- und Gefäßerkrankungen wie auch die Gesamtsterberate verdoppelt. Frühere Studien haben nachgewiesen, dass Vitamin D die Fließeigenschaften des Blutes verbessert und Venenverschlüsse und Venenverengungen verhindern kann. Außerdem wird Vitamin D für den Knochenstoffwechsel benötigt und kräftigt dadurch auch indirekt Knochen und Muskeln. Ein schwerer Vitamin D-Mangel erhöht das Osteoporose und Osteomalazie (Knochenweiche)-Risiko und ein mäßiger Mangel kann zu diffusen Schmerzen und auch zu nicht-spezifischen rheumatischen Beschwerden führen.

Allerdings wird in dem Artikel über diese Studie auch davor gewarnt, zuviel Vitamin D zu schlucken, da eine massive Überdosierung von Vitamin D auch negative Auswirkungen haben kann. Natürlich kann eine extreme Menge an Vitamin D negative Auswirkungen haben, doch eine Panik davor ist aus meiner Sicht völlig unangebracht. Ich habe hier schon einen Artikel über ein Buch von Jeff T. Bowles verfasst, der täglich bis zu 100.000 Einheiten an Vitamin D genommen hat (in Kombination mit Vitamin K) und seinen Spiegel bei 115 ng/ml hält – ihm geht es sehr gut. Sie müssten schon eine extrem große Menge an Vitamin D hochdosiert schlucken, um in einen toxischen Bereich zu kommen. (Lesen Sie hier den ganzen Artikel über das Selbstexperiment von Bowles mit hochdosiertem Vitamin D3 und hier meinen Artikel über Vitamin K).

Wenn Sie Vitamin D hochdosiert schlucken und gleichzeitig Ihren Vitamin D-Spiegel kontrollieren, kann Ihnen nichts passieren. In seinem Buch „Gesund in 7 Tagen“ empfiehlt Dr. Raimung von Helden sogar hohe Dosen, um innerhalb von 7 Tagen mit seinem Vitamin-D-Spiegel auf ein gesundes Level zu kommen.

Dr.von Helden hat dazu eine Formel aufgestellt, mit der Sie berechnen können, wie viel das ist. Wenn Sie sich unsicher sind, wie viel Sie schlucken müssen, dann berechnen Sie einfach Ihren Vitamin D-Bedarf mit Hilfe dieser Formel!

Wenn Sie also an Rheuma leiden, dann lohnt sich die Messung ihres Spiegels und die Investition in die Bücher von Dr. Helden und Jeff T. Bowles.

Ich möchte an dieser Stelle auch einen Artikel des Zentrums für Gesundheit über rheumatische Arthritis empfehlen, der aufzeigt, dass Sie als Betroffener nicht der Krankheit ausgeliefert sind. Er geht auch intensiv auf die verschiedenen Therapeutika bei dieser Erkrankung ein und zeigt Alternativen auf. Den Link finden Sie hier: Arthritis: Heilung ist möglich. (Abruf vom 07.05.2015)

 

Literatur:

A.: Vitamin D-Mangel bei Rheumatoider Arthritis (RA) weit verbreitet. In: http://www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_1082_vitamin-d-mangel-bei-rheumatoider-arthritis-ra-weit-verbreitet.html (Abruf vom 07.05.2015)

Bowles, Jeff T.: Hochdosiert. Die wundersamen Auswirkungen extrem hoher Dosen von Vitamin D3. Mein 1 Jahr dauerndes Experiment mit 100.000 IE/Tag. Das große Geheimnis, das Ihnen die Pharmaindustrie vorenthalten will. Immenstadt 2013.

Permutter, David (mit Loberg, Kristin): Dumm wie Brot. Wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört. München 2014, S. 242

Raczkiewicz, A. & Kulig, M. Vitamin D Status and Its Association with Quality of Life, Physical Activity, and Disease Activity in Rheumatoid Arthritis Patients. Journal of Clinical Rheumatology, (2015), Auszug in: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25807091 (Abruf vom 07.05.2015)

Sturges, Missy: Study shows vitamin D dificiency is related to diminished quality of life in rhematoid arthritis patients. In: http://www.vitamindcouncil.org/blog/study-shows-vitamin-d-deficiency-is-related-to-diminished-quality-of-life-in-rheumatoid-arthritis-patients/?mc_cid=599a0ba784&mc_eid=b611cc3972 (Abruf vom 07.05.2015)

Von Helden, Raimund: Gesund in sieben Tagen. Erfolge mit der Vitamin-D-Therapie. Ein Leitfaden für die Praxis. Dresden 2011.

Zentrum der Gesundheit: Arthritis: Heilung ist möglich. In: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/arthritis.html (Abruf vom 07.05.2015)

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