Abnehmen und Vitamin D

Mehr Abnehmen mit Vitamin D möglich! Warum besonders Übergewichtige auf ihren Vitamin-D-Spiegel achten sollten

Abzunehmen ist gar nicht so einfach – eine ganze Industrie verdient mit Abnehm-Versprechungen, die sie am Ende doch nicht halten können. Was wäre wenn es die kleine Pille doch gibt, die Sie beim Gewichtverlieren unterstützt? Was wäre wenn diese Pille ein einfaches Vitamin ist? Tatsächlich haben Wissenschaftler aus Italien den Einfluss von Vitamin D beim Abnehmen untersucht.

Übergewicht

Übergewichtige Menschen leiden nahezu immer unter einem Vitamin-D-Mangel!

Die Forscher von der Universität in Mailand haben dazu 400 übergewichtige und adipöse Menschen in 3 Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe erhielt keine Vitamin-Pille, eine Gruppe nahm 25.000 IE (internationale Einheiten) im Monat an Vitamin D zu sich und eine Gruppe 100.000 IE im Monat. 100.000 Einheiten mag zwar viel klingen, ist es aber nicht: Das sind gerade 5 kleine Dekristol-Kapseln zu je 20.000 Einheiten, das sind gerade mal 25.000 Einheiten in der Woche.

Gleichzeitig wurden die Teilnehmer auf eine ausgewogene Diät gesetzt, ihre Kalorienaufnahme wurde reduziert – also die klassische Diät, die jeder kennt

Nach 6 Monaten hat man den Vitamin-D-Spiegel und das Gewicht gemessen. Erst einmal wurde festgestellt, dass nur diejenigen, die 100.000 Einheiten im Monat bekommen haben, nach 6 Monaten einen „normalen“ Spiegel hatten. (Ich schreibe hier „normal“ in Anführungszeichen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass die Forscher hiermit einen gesunden hohen Spiegel meinen. Mit 100.000 Einheiten an Vitamin D im Monat kann man keinen hohen Spiegel erreichen. Mir ist die Definition der Forscher von „normal“ nicht bekannt, in Deutschland wird oftmals ein Spiegel von 30 ng/ml als unterer Normbereicht angesehen – dies findet man oft als Kennzahl in den Laborberichten – doch es gibt leider tatsächlich noch Ärzte, die selbst das als zu hoch einstufen). (Als Denkanstoß möchte ich an dieser Stelle nochmal auf Dr. Perlmutter hinweisen, der in seinem Buch „Dumm wie Brot – wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört“ einen Vitamin D-Spiegel von 80 ng/ml empfiehlt).

Zurück zum Thema: Es hatte also nur die Gruppe mit 100.000 Einheiten Vitamin D im Monat nach 6 Monaten ansatzweise einen normalen Vitamin-D-Spiegel.

Und genau diese Gruppe hat auch mehr abgenommen: Hier sind die Resultate nach 6 Monaten:

  • die Gruppe ohne Vitamin D verlor 1,2 kg und 3,21 Zentimeter um ihre Taille
  • die Gruppe mit 25.000 IE im Monat verlor 3,8 kg und 4 cm um ihre Taille
  • die Gruppe mit 100.000 IE im Monat verlor 5,4 kg bzw. 5,48 cm um ihre Taille

Die Gruppe also mit der größeren Vitamin-D-Zufuhr hat am meisten abgenommen! Ich weiß, die Zahlen sind nicht wahnsinnig hoch, doch es macht doch einen riesigen Unterschied, ob ich 10,8 kg im ganzen Jahr abnehme oder nur 2,4 kg!

Ich frage mich an dieser Stelle natürlich, was die Auswirkung aufs Körpergewicht wären, wenn eine Gruppe mal HOCHDOSIERT Vitamin D zu sich genommen hätte – ähnlich wie Jeff T. Bowles, der bis zu 100.000 Einheiten AM TAG zu sich nahm (den Bericht darüber finden Sie hier: Buchrezension: „Hochdosiert – die wundersamen Auswirkungen extrem hoher Dosen von Vitamin D3, dem Sonnenschein- Hormon. Mein 1 Jahr dauerndes Experiment mit 100.000 IE/Tag“).

Vitamin D – ist dies also eine wirksamen Abnehmpille? Nein, die Arbeit kann sie Ihnen nicht abnehmen, auch die Gruppe mit 100.000 Einheiten am Tag hat sich an Diätvorschriften halten müssen. (Wobei man wirklich diskutieren kann, welche Diätvorschriften sinnvoll sind). Aber das Vitamin D unterstützt sie im Prozess des Abnehmens. Eigentlich muss das anders formuliert werden: Ein gesunder Körper, dem alle Vitalstoffe zu Verfügung stehen die er braucht, nimmt leichter ab, als ein kranker Körper, der Mangel hat. Wissen Sie was der Körper bei einem Vitalstoffmangel macht: Heisshunger! Sein Ziel ist, dass Sie dann mehr essen, damit er mehr Vitamine bekommt. Ich glaube, dass Übergewichtige in Wirklichkeit ausgehungert sind! Sie haben Mangel an Vitalstoffen wie dem wichtigen Vitamin D.

Und Übergewichtige müssen tatsächlich mehr Vitamin D zu sich nehmen als Normalgewichtige – sie brauchen höhere Dosen an Vitamin D, um den gleichen Spiegel zu erreichen wie Normalgewichtige! Das finde ich logisch, denn sie müssen einen größeren Körper mit Vitamin D versorgen und haben auch mehr Blut im Umlauf. Deshalb ist es bei stark übergewichtigen noch wahrscheinlicher als bei normalgewichtigen, dass sie einen Vitamin-D-Mangel haben.

Übergewichtige brauchen dabei deutlich mehr an Vitamin D als Normalgewichtige: Nach eine Studie von November 2014 unter gesunden normalgewichtigen, übergewichtigen und adipösen Erwachsenen müssen Adipöse das 2 bis 3fache an Vitamin D zu sich nehmen wie Normalgewichtige. Übergewichtige müssen das 1,5fache zu sich nehmen. Somit: Je beleibter eine Person, desto mehr Vitamin D braucht er!

Dr. von Helden hat dies übrigens in seinem Buch „Gesund in 7 Tagen“ berücksichtigt. In diesem Buch stellt er eine Formel auf, nach der man berechnen kann, wie viel Vitamin D man zu sich nehmen muss, um zu einem selbst bestimmten Zielwert zu kommen. Dabei hat er auch das Körpergewicht mit einbezogen, ich kann das Buch und die Formel nur empfehlen.

Interessant ist auch, dass dunkelhäutigere Menschen eher zu Übergewicht neigen als Hellhäutige. Durch ihre Pigmentierung brauchen Sie eine längere Zeit in der Sonne, um die gleiche Menge Vitamin D zu produzieren wie ein hellhäutiger Mensch. Tatsächlich sind sie deshalb in unseren Breitengraden eher mit Vitamin D unterversorgt. Vielleicht tendieren Sie deshalb eher zu Übergewicht? Das ist jedoch nur eine Spekulation.

Übrigens: Wenn Übergewichtige Gewicht verlieren, dann steigt auch ihr Vitamin-D-Spiegel. Ich persönlich vermute, dass beim Zunehmen in den Fettzellen auch das Vitamin-D eingespeichert wird – es ist schließlich fettlöslich – und beim Abnehmen diese Speicher wieder freigesetzt werden. Doch auch das ist nur eine persönliche Vermutung.

Auch andere Studien belegen einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und Übergewicht: Ich habe schon einen Artikel darüber geschrieben: Lesen Sie hier „Vitamin D und Übergewicht“. Hier berichte ich von einer Studie, die vermutet, dass das Übergewicht den Vitamin-D-Mangel verursacht und nicht umgekehrt. Was war zuerst da, die Henne oder das Ei? Das Übergewicht oder der Mangel? Letztlich ist die Frage egal: Wenn Sie übergewichtig sind, ist es umso wichtiger, dass Sie auf Ihren Vitamin D-Spiegel achten!

Vielleicht purzelt dann auch das ein oder andere Kilo mehr runter…

 Quellen:

The Huffington Post UK: Vitamin D Supplements May Aid Weight Loss for Obese And Overweight People, Study finds. In: Huffpost Lifestyle United Kingdom. Auf: http://www.huffingtonpost.co.uk/2015/05/08/vitamin-d-supplements-weight-loss-study_n_7239722.html (Abruf vom 27.05.2015).

  1. A.: Overview Obesity and Vitamin D. In: Vitamin D Wiki. Auf: http://www.vitamindwiki.com/Overview%20Obesity%20and%20Vitamin%20D#CT (Abruf vom 27.05.2015)

O´Connor, Anahad: Obesity Around the Nation. In New York Times. Auf: http://well.blogs.nytimes.com/2014/09/08/obesity-around-the-nation/?_r=0 (Abruf vom 27.05.2015)

Drincic, Andjela / Fuller, Eileen / Heaney, Robert P. / Armas, Laura: 25-hydrosyvitamin D Response to Graded Vitamin D3 Supplementation Among Obese Adults. Im: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism September 13.2013jc.2012-4103. Abstract wiedergegeben auf: Vitamin D Wiki: Auf: http://www.vitamindwiki.com/Obese+need+2.5+IU+of+vitamin+D+per+kg+to+increase+1+ng+%28about+3.4+X+more%29+%E2%80%93+RCT+Sept+2013 (Abruf vom 27.05.2015)

Von Helden, Raimund: Gesund in sieben Tagen. Erfolge mit der Vitamin-D-Therapie. Ein Leitfaden für die Praxis. Dresden 2011.

Permutter, David (mit Loberg, Kristin): Dumm wie Brot. Wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört. München 2014, S. 242

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.