Vitamin-D bei Bluthochdruck ineffektiv???

Studie meint dafür Beweise zu liefern – doch logisch ist dies nicht!

Eine neue Metastudie aus den USA meint bewiesen zu haben, dass Vitamin-D bei Bluthochdruck nicht hilft. Wie können die Wissenschaftler zu solch einer Feststellung gekommen sein? Nun, in der Metastudie wurden die Daten aus 46 anderen Studien zusammengetragen, bei denen Vitamin D zum Einsatz kam. Die Metastudien-Leiter haben diverse Informationen der Studien untersucht, darunter den Bluthochdruck und den Vitamin D-Spiegel. Sie konnten keinen Zusammenhang erkennen.

Das ist überrascht, den Vitamin D scheint biologisch doch eine klare Rolle beim Bluthochdruck zu spielen: Es gibt Vitamin D-Rezeptoren an den Endothelzellen, den glatten Muskelzellen und den Myozyten, die auch im kardiovaskulärem System zu finden sind. Es scheint auch ein Zusammenhang zwischen der reduzierten Produktion von Zytokinen zu bestehen, die bei Bluthochdruck eine Rolle zu spielen scheinen. Außerdem beeinflusst Vitamin D die Expression von Renin, einem Enzym das den Bluthochdruck innerhalb des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems steigert.

Nach regelmäßiger Vitamin-D Einnahme. Was passiert mit dem Bluthochdruck?

Nach regelmäßiger Vitamin-D Einnahme. Was passiert mit dem Bluthochdruck?

Warum also dieses Ergebnis? Diese Erklärung liefern die Studienleiter selbst: Sie geben zu, dass in der Metaanalyse zum einen nicht viele Personen mit wirklich hohem Blutdruck waren, und zum anderen, dass die Dosen an Vitamin-D nicht hoch genug waren, um einen gesunden Vitamin D-Spiegel zu erreichen. Unglaublich! Sie untersuchen die Auswirkung von Vitamin D, es wird jedoch nie ausreichend Vitamin D verabreicht, um einen gesunden Spiegel zu erreichen – wie können dann Auswirkungen gemessen werden? Das ist als ob ich jemandem eine Achtel Tablette Aspirin gebe, und dann messe, ob sie bei Kopfschmerzen hilft – natürlich wird sie nicht helfen, das ist ja viel zu wenig!

Wenn ich einem Menschen mit niedrigem Vitamin D-Spiegel so nur 1000 ie an Vitamin D gebe, dann wird sich der Spiegel kaum anheben. Ich brauche allein 400.000 Einheiten, um einen normalgewichtigen Menschen mit einem Spiegel von 10 ng/ml auf 50 ng/ml zu bringen, das ist mit einer 1000-Einheiten-Tablette nicht zu schaffen. Deshalb empfiehlt das Vitamin-D-Council, bei Studien den Studienteilnehmern Tabletten bzw. Kapseln mit mindestens 5000-10000 Einheiten am Tag zu geben.

Ich würde noch einen Schritt weiter gehen, ich würde die Studienteilnehmer innerhalb einer Woche auf einen Zielwert bringen von z. B. 60 ng/ml und dann erst die Auswirkungen messen. Ich würde auch keinen niedrigen Zielwert wie z. B. 30 ng/ml ansetzen, wie er von vielen auch schon als Normbereich angesehen wird. Doch das ist der untere Normwert, manche Wissenschaftler empfehlen sogar einen Vitamin D-Spiegel von 80 ng/ml – so z. B. der Bestseller-Autor Dr. David Perlmutter, der diesen Wert in seinem Buch „Dumm wie Brot – Wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört“ als Normwert ansetzt (vgl. S. 242 in seinem Buch).

Der Bluthochdruck ist auch immer Ausdruck eines kranken Herz-Kreislauf-Systems. Und dass hier Vitamin D Leben retten kann, haben schon andere Studien gezeigt. Wie ich schon hier berichtet habe, ist das Risiko eines Herzversagens doppelt so hoch, wenn der Spiegel extrem niedrig ist! Bei einem niedrigen Vitamin D-Spiegel steigert sich die Wahrscheinlichkeit a) einen Schlaganfall zu bekommen, b) an koronarer Arterienerkrankung zu erkranken, c) eher an Herzproblemen zu sterben, d) eher einen Herzanfall zu bekommen und e) eher an ischämischer Herzerkrankung zu leiden (dies ist die Zusammenfassung meines Artikels über Vitamin D und Herz-Kreislauf-Erkrankungen).

Seien Sie also beim Lesen von Studien vorsichtig: Wenn eine Studie behauptet, Vitamin D helfe nicht, kann es auch einfach sein, dass die Dosierung zu niedrig war.

 Quelle:

Vitamin D-Council: Meta-Analysis: Does vitamin D supplementation lower blood pressure? In: HYPERLINK „http://www.vitamindcouncil.org/blog/meta-analysis-does-vitamin-d-supplementation-lower-blood-pressure/?mc_cid=60f53a343e&mc_eid=b611cc3972“ http://www.vitamindcouncil.org/blog/meta-analysis-does-vitamin-d-supplementation-lower-blood-pressure/?mc_cid=60f53a343e&mc_eid=b611cc3972 (Abruf vom 06.04.2015)

Louise A., et al.: Effect of Vitamin D Supplenetation on Blood Pressure. A systematic Review and Meta-analysis Incoporating Individual Patient Data. JAMA Internal Medicine, 2015. In: HYPERLINK „http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25775274“ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25775274 (Abruf vom 06.04.2015)

Permutter, David (mit Loberg, Kristin): Dumm wie Brot. Wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört. München 2014.

2 Comments Vitamin-D bei Bluthochdruck ineffektiv???

  1. Günther Schmuck

    liebes Team,
    Eure Berichte sind sehr gut.
    Danke für die wirklich sachlichen Informationen.
    liebe Grüße

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