Psychose und Vitamin-D

Psychose: Bessere Lebensqualität dank Vitamin-D!
Wie Vitamin-D bei einer schweren psychischen Erkrankung helfen kann.

Eine Psychose zu haben ist ein hartes Los: die Betroffenen fühlen sich verfolgt, oder sie hören Stimmen oder sehen Dinge, die sonst keiner sieht. Es ist eine schwere psychische Erkrankung, die nicht mit einer Tablette einfach so geheilt werden kann. Auch Vitamin-D verspricht hier keine Heilung, doch nach einer neueren Studie kann das Sonnenvitamin im Alltag beim Funktionieren helfen und auch zu einer besseren Stimmung der Schizophrenen beitragen. Damit trägt es zu einer besseren Lebensqualität derjenigen bei, die es im Alltag mit ihren Symptomen wirklich nicht einfach haben.

Psychose Vitamin-D

Der Vitamin-D-Spiegel bei Psychose und Depressionen ist häufig viel zu niedrig.

Diese Studie wurde beim 15th International Congress on Schizophrenia Research (ICOSR) im Frühjahr 2015 vorgestellt. In dieser Studie wurde der Vitamin D Spiegel von 166 Erkrankten gemessen, sowie der GAF-Wert (Global Assessment on Functioning), der PANSS-Wert (Positive and Negative Syndrome Scale), und der CDSS-Wert (Calgary Depression Scale for Schizophrenia). Der GAF-Wert misst das soziale und psychologische Funktionieren wie auch das Funktionieren beim Arbeiten, der PANSS-Wert misst die Symptome der Schizophrenie, sowohl die sogenannten negativen Symptome wie auch die sogenannten positiven Symptome (bei den negativen Symptomen fällt eine Fähigkeit durch die Krankheit weg, die die Schizophrenen vorher hatten und bei den positiven Symptomen kommt ein Symptom hinzu, wie z. B. Stimmen hören). Der CDSS-Wert wird durch ein strukturiertes Interview ermittelt und misst den Grad der Depression bei Schizophrenie-Erkrankten.

Diese Werte hat man also zusammen mit dem Vitamin D-Level gemessen und ein Jahr später nochmals kontrolliert. Der durchschnittliche Vitamin–D-Spiegel war 13.54 ng/ml, nur 18,7 % hatten einen Spiegel über 20 ng/ml, was von den Forschern als ausreichend bezeichnet wurde. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass niedrige Vitamin D-Spiegel mit dem GAF-Wert, also dem Wert für das Funktionieren korrelierte, mit schlechterer Fähigkeit zu Funktionieren wie auch mit dem Wert für Lebensqualität und dem PANSS-Wert korrelierte, also dem Wert, der die Symptome misst. Letztlich konnten die Betroffenen mit einem höheren Vitamin-D-Spiegel besser funktionieren und hatten eine höhere Lebensqualität. Die Korrelation mit dem PANSS-Wert lässt vermuten, dass sich auch die psychotischen Symptome bei höherem Vitamin-D-Spiegel verbessert haben, doch dazu konnte ich konkret nichts weiter herausfinden.

Die Schlussfolgerung der Forscher ist: „The idea of vitamin D as potentially neuroprotective in psychosis deserves exploration“ – „die Idee, dass Vitamin D potentiell in Psychosen neuroprotektiv ist, verdient Untersuchungen“.

Mir ist aufgefallen, dass hier der „normale“ Vitamin-D-Spiegel bei über 20 ng/ml angesetzt wird, was aus meiner Sicht zu niedrig ist. Was ein gesunder Vitamin-D-Spiegel ist, wird von vielen Seiten diskutiert, oftmals wird mindestens ein Vitamin-D-Spiegel von 30 ng/ml angesetzt, manche nennen als optimalen Wert sogar 80 ng/ml (so der Arzt und Autor Dr. David Perlmutter von dem Buch „Dumm wie Brot – Wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört“).

Auch eine andere Studie vermutet einen Zusammenhang zwischen der Psychose-Symptomatik und dem Vitamin D-Spiegel. Die Studie wurde im November 2013 in „Schizoprenia Research“ herausgebracht. Hier hat man Gesunde mit Leuten verglichen, die ihre erste psychotische Episode hatten.

Dabei hat man festgestellt, dass die Psychotiker eine fast 3fach höhere Wahrscheinlichkeit hatten, einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel zu haben, als die gesunde Kontrollgruppe.

Die Wissenschaftler wissen jedoch nicht, ob hier der Spiegel mit der Erkrankung zusammenhängt, oder ob er das Ergebnis von Entscheidungen ist, die durch die Erkrankung getroffen werden. (Man könnte so annehmen, dass Leute mit Verfolgungswahn weniger in die Sonne gehen, weil sie weniger raus gehen). Die Diskussion nach Henne oder Ei – was war zuerst da – möchte ich hier gar nicht führen, doch ich kann jedem nur raten, seinen Spiegel zu kontrollieren, besonders wenn er an einer so schwer wiegenden Erkrankung wie der Schizophrenie leidet.

 

 Quelle:

Vitamin D Council: Vitamin D status linked to mental functioning and mood among patients with psychosis. In: http://www.vitamindcouncil.org/vitamin-d-news/vitamin-d-status-linked-to-mental-functioning-and-mood-among-patients-with-psychosis/?mc_cid=94dbe9018b&mc_eid=b611cc3972 (Abruf vom 20.4.2015)

Crews, Matthieu et al: Vitamin D deficiency in first episode psychosis: A case-control study. In: Schizophrenia Research, November 2013, Volume 150, Issues 2-3, Seiten 533-537. In: http://www.schres-journal.com/article/S0920-9964%2813%2900472-6/abstract (Abruf vom 20.04.2015)

Brauser, Deborah: Vitamin D Deficiency Linked to Onset of Psychosis. In: http://www.medscape.com/viewarticle/813637 (Abruf vom 20.04.2015).

Permutter, David (mit Loberg, Kristin): Dumm wie Brot. Wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört. München 2014, S. 242

1 Comment Psychose und Vitamin-D

  1. Matthias

    Vitamin D Ist für die Psyche echt wichtig. Hatte psychische Ticks und Zwänge sowie meine Frau, die wir durch Vitamin D Tropfen sofort heilten. 1 ganzes Jahr hatten wir einen extremen Vitamin D Mangel. Die sich auf die Psyche mit Depressionen auswirkten. Zwänge wie pausenloses ausschnupfen oder ausatmen (dadurch ganze Nacht getraümt das ich gewürgt werde), Zwänge wie hin und her gehen sogar Schizophrenie bei meiner Frau löste.

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