13 Mythen über Vitamin D – Teil 2

Ich begegne immer wieder Menschen, die ein Problem mit der Einnahme von Vitamin D haben weil sie noch hartnäckigen Gerüchten über Vitamin D glauben. Lassen Sie mich auf diese Mythen eingehen. Den ersten Teil hatte ich bereits hier gepostet, es folgt der zweite Teil. Hier die Behauptungen:

  1. Vitamin D schützt nicht vor Krankheiten, das ist übertrieben
  2. Dunkelhäutige Menschen haben keinen Vitamin D Mangel, da sie sich ohne Sonnenschutz länger in der Sonne aufhalten können
  3. Menschen in heißen Gegenden wie Indien haben auch keinen Vitamin D-Mangel, da sie ja dauernd Sonne haben

Und hier meine Antworten auf solche Kommentare:

  1. Vitamin D schützt nicht vor Krankheiten, das ist übertrieben

Ich kann natürlich nicht versprechen „nehmt Vitamin D und ihr werdet nie krank“ und auch nicht „nehmt Vitamin D und ihr werdet wieder gesund“, denn eine Krankheit ist immer eine komplexe Angelegenheit. Ich weiß nicht, ob der Auslöser Ihrer letzten Grippe einfach der war, dass Ihnen jemand voll ins Gesicht gehustet hat und Sie gleichzeitig wegen Stress ein heruntergefahrenes Immunsystem hatten oder ob ihr Immunsystem die Viren nicht abhalten konnte, weil ihm zu wenig Vitamin D zur Verfügung stand. Aber wenn Sie auf dieser Seite surfen – oder auch auf anderen über Vitamin D – werden Ihnen viele Studien begegnen, die einen Zusammenhang zwischen dem Spiegel und der Ausprägung der Krankheit oder einer besseren/schnelleren Genesung herstellen.

gesundes Essen - Salat

Diese Studien versprechen auch nie „Heilung durch Vitamin D“ sondern formulieren viel vorsichtiger „es scheint einen Zusammenhang zu geben“ – und dieser Zusammenhang ist interessant. Ja, es scheint so zu sein, dass sich der Körper bei manchen Krankheiten mit einem besseren Vitamin-D-Spiegel leichter von verschiedenen Krankheiten erholt. Deshalb kann vermutet werden, dass der Körper mit ausreichend Vitamin D Krankheiten besser bekämpfen kann, ja es kann durchaus sein, dass viele Krankheiten bei gesundem Spiegel gar nicht erst auftreten. Ich glaube auch, dass es so ist, dass Leute mit einem hohen Spiegel weniger häufig und weniger dramatisch krank werden, doch das ist nur eine persönliche These, ich kenne dazu keine Untersuchung. Dazu müsste es Langzeit-Studien geben, in die auch Menschen mit aufgenommen werden, die ihren Spiegel über Jahre gewissenhaft hoch halten – solch eine Studie ist mir nicht bekannt. Mir reicht es zu wissen, dass es diesen Zusammenhang gibt und ich wäre naiv zu glauben, ich bräuchte erst Vitamin D wenn ich krank werde. Vorsorge ist immer noch besser als Heilung.

2. Dunkelhäutige Menschen haben keinen Vitamin D Mangel, da sie sich ohne Sonnenschutz länger in der Sonne aufhalten können

Genau das Gegenteil ist der Fall: Dunkelhäutige Menschen haben noch eher die Wahrscheinlichkeit einen Mangel zu haben, wie Hellhäutige! Denn: Je dunkler die Haut, umso mehr blockiert die Haut selbst die Sonne ab und produziert weniger Vitamin D! Das hat drastische Auswirkungen auf Leute mit einem dunkleren Hautton, die jahrelang in unseren Breitengraden leben! In America z. B. gibt es eine Studie, nach der 65 % der Afroamerikaner mit Vitamin D unterversorgt sind, verglichen mit 20 % der Kaukasier. Diese Zahlen verwundern mich, denn 20 % Mangel bei den Kaukasiern ist ein viel zu niedriger Wert. Ich nehme an, dass hier die Grenze für Mangel sehr niedrig gelegt wurde  –wenn man einen höheren Schwellenwert annimmt, würden viel mehr Untersuchte mit einem Vitamin-D-Mangel diagnostiziert worden sein. Der Punkt, den ich aber hier machen möchte, ist, dass die Zahl der Personen mit einem Mangel um mehr als das 3fache bei Afroamerikanern höher war als bei hellhäutigen Kaukasiern. D. h. wenn Sie einen dunkleren Hautton haben, müssen Sie die Überprüfung Ihres Vitamin-D-Mangels umso ernster nehmen! Ich saß auch mal in einem Zug, in dem eine Gruppe von Kindergartenkindern mit ihren Erziehern waren und einen Ausflug machten. Es war Sommeranfang und so cremten die Erzieher ihre Kinder mit Sonnenschutz ein. Eines ihrer Kinder war ein sehr dunkelhäutiger Junge, der sich sicherlich eine lange Zeit in der Sonne aufhalten könnte, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Doch die Erzieher cremten ihn auch ein. Die Szene schmerzte mir, denn dieser junge Bursche hatte wahrscheinlich eh schon einen Mangel und dann hat er noch nicht einmal die Chance, ein bisschen Vitamin D selbst in der Haut zu produzieren. Denn mit der Sonnenmilch auf der Haut kann er durch den Sonnenschutz kein Vitamin D produzieren. Wenn Sie also selbst dunkelhäutig sind, cremen Sie sich nicht sofort mit Sonnenschutzmittel ein!

Ein sehr dunkelhäutiger Typ darf in etwa 6x länger in der Sonne ohne Sonnenschutz sein, als ein sehr hellhäutiger Typ!

Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie Ihren Hautarzt! Und vor allen Dingen: Überprüfen Sie Ihren Vitamin D-Spiegel!!!!

3. Menschen in heißen Gegenden wie Indien haben auch keinen Vitamin D-Mangel, da sie ja dauernd Sonne haben

Tatsächlich gibt es in Indien ganzjährlich ausreichend Sonne zum gesunden Sonnenbad. Doch die Faktenlage zeigt, dass auch in Indien ein Großteil der Bevölkerung einen Vitamin-D-Mangel hat: in einer Studie hatten 69 % der Inder einen deutlichen Mangel, weitere 15 % waren ebenfalls unterversorgt (wobei ich hier die Grenzwerte nicht kenne) und somit hatten 84 % der Bevölkerung einen zu niedrigen Spiegel! In einer anderen Studie hat man 2.119 Personen, die im medizinischen Bereich arbeiten, untersucht und kam zu noch drastischeren Zahlen: 79 % hatten einen deutlichen Mangel, weitere 15 % waren unterversorgt und somit hatten nur 6 % einen gesunden Vitamin-D-Spiegel! Sechs Prozent! Woran liegt das? Das liegt am Arbeitspensum, viele Inder müssen lange arbeiten und haben kaum Zeit, in die Sonne zu kommen. Die schöne Sonne bringt einem somit gar nichts, wenn man keine Zeit hat, in ihr zu baden! Das geht uns Europäern ähnlich: Viele arbeiten von morgens 8/9 Uhr bis 17/18 Uhr – und haben somit an 5 Tagen in der Woche auch im Hochsommer keine Zeit, Vitamin D zu produzieren – denn morgens um 8 und abends um 18 Uhr ist dazu die Sonne wieder zu schwach. Die einzige Zeit ist am Wochenende – der wer badet da schon 2 Tage stundenlang in der Sonne? Deshalb ist es weise, auch im Sommer auf seinen Vitamin-D-Spiegel zu achten. Und im Winter erst recht!

Falls Sie noch mehr Mythen über Vitamin D interessiert: Hier die Themen meines ersten Teils über Vitamin D-Mythen:

  1. Wenn ich mich regelmäßig im Freien aufhalte, muss ich nicht auf meinen Vitamin -D-Spiegel achten
  2. Ich kann spüren, wenn mein Vitamin-D-Spiegel unten ist, erst dann muss ich welches einnehmen
  3. Vitamin D wird bei jeder Sonneneinstrahlung produziert, auch im Schatten
  4. Vitamin D wird auch im Winter produziert
  5. Ich muss mich immer mit Sonnenschutz eincremen, das hat keinen Einfluss auf meinen Vitamin-D-Spiegel
  6. Mein Körpergewicht hat keinen Einfluss auf meinen Vitamin-D-Status, das hat nur die Sonne.
  7. Vitamin-D nehme ich doch auch mit der Nahrung zu mir und ich ernähre mich doch so gesund, deshalb brauche ich keine Vitamin-D-Pillen

Und hier die Themen meines dritten Teils über Vitamin D Mythen, der noch kommen wird:

  1. Ich kann mich ganz schnell mit Vitamin D überdosieren, da muss ich vorsichtig sein
  2. Ich kann meinen Spiegel mit kleinen Dosen an Vitamin-D wieder hochfahren
  3. Mein Arzt ist gegen Vitamin-D-Einnahme und mein Arzt hat immer Recht, schließlich ist er Arzt

Quellen:

von Helden, Raimund: Die Zifferblatt-Regel als Memo-Technik für das Sonnenbad. In: http://www.vitamindelta.de/dosierung/sonnendauer.html  (Abruf vom 16.10.2016)

Von Helden, Raimund: Gesund in sieben Tagen. Erfolge mit der Vitamin-D-Therapie. Ein Leitfaden für die Praxis. Dresden 2011.

Saley, Kate: Are vitamin D supplement needs similar in Caucasian & African American women? In: https://www.vitamindcouncil.org/blog/are-vitamin-d-supplement-needs-similar-in-caucasian-african-american-women/  (Abruf vom 16.10.2016)

The Health Site: Majority of Indian doctors are vitamin D deficient: Dr. Sanjay Kalra. In: http://www.thehealthsite.com/news/majority-of-indian-doctors-are-vitamin-d-deficient-dr-sanjay-kalra-ag0616/ (Abruf vom 16.10.2016)

Vitamin D3 und die neuzeitliche Cryotherapy

Mit Kälte und Vitaminen zu ganzheitlichem Wohlgefühl

Ein gesunder Organismus ist die Basis für ein glückliches Leben. Vor allem die Bedeutsamkeit eines ausgeglichenen Vitaminhaushalts wird dabei häufig unterschätzt, denn er verleiht dem Körper Energie und schützt ihn vor gefährlichen Erkrankungen.

Frau in Kryolipolyse Kammer

Patientin in Kältekammer, auch cryo chamber, genannt.

Gerade Vitamin D3 hat einen entscheidenden Einfluss, der sich nicht nur physisch, sondern auch psychisch äußert. Natürlich ersetzt dies bei schweren Erkrankungen oder ungeklärten Symptomen nicht den Gang zu einem Facharzt oder die medikamentöse Behandlung, doch es ist eine wertvolle Prävention und kann zugleich als begleitende Therapie eingesetzt werden, um zu mehr Vitalität zu verhelfen.

Ein Leitgedanke, den auch ein anderes Verfahren verfolgt, das sich im Gesundheitswesen etablieren konnte, nämlich die Cryotherapy, oder auch Kryotherapie genannt. Sie ist eine fortschrittliche Entwicklung unter den Thermotherapien, die durch Kälteeinwirkung verschiedenste Beschwerden langfristig lindern kann.

Kryotherapie – die fortschrittliche Methode für ein allgemeines Wohlbefinden

Das Konzept der Kryotherapie beruht auf den positiven Auswirkungen von Temperaturunterschieden zwischen dem Organismus und seinem Umfeld. Sie sind seit Generationen anerkannt und gelten als hilfreiches Vorgehen bei den verschiedensten Erkrankungen.

Gemäß der Bezeichnung „cryo“, die im Griechischen „kalt“ bedeutet, basiert der Erfolg jener Vorgehensweise auf einer plötzlichen und intensiven Kältezufuhr, die mittels flüssigem Stickstoff erzeugt und welcher der Körper ausgesetzt wird. Darum ist die Cryotherapy bei mehreren Problematiken wirksam. Sie erhöht beispielsweise die Leitfähigkeit der Nerven oder entkrampft die Muskulatur. Außerdem kann sie die Blutversorgung vorübergehend senken, da sie auch in die tiefen Gefäße eindringt. Infolgedessen verringert sich das Risiko für die Bildung gefährlicher Ödeme. Nicht umsonst gilt die Cryotherapy als Prozedere ohne schwerwiegende Nebenwirkungen und eignet sich auch für ältere Patienten. Allerdings gibt es differente Formen der Kältebehandlung.

Obendrein erzielt das Cryo-Verfahren eine Leistungssteigerung, belebt und ist fähig, erkranktes Gewebe absterben zu lassen, und zwar auf eine äußerst sanfte Weise

Der Ablauf der Cryotherapy – risikoarme Technik mit wertvollem Effekt
Innerhalb der Cryotherapy wird zwischen einer Gefrierung gezielter Körperbereiche und der Ganzkörperkältetherapie unterschieden. Letztere findet meistens in einer Kältekammer (cryo chamber), mit freier Kopfpartie, oder der Kältesauna für eine komplette Kühlung statt. Die Behandlung dauert nie länger als fünf Minuten und die Temperaturen erreichen bis zu -120 Grad. Es werden für gewöhnlich Kuren oder mehrere Sitzungen in kurzen Abständen empfohlen, um die bestmöglichen Resultate anzustreben

Schmerzen sollte der Patient aber nicht verspüren, eher ein leichtes Kribbeln. Außer kurzzeitigen Rötungen oder Schwellungen kommt es auch zu keinen Begleiterscheinungen, wenn der Nutzer gesund ist. Stattdessen stellt sich unmittelbar nach der Therapie eine Verbesserung der Beschwerden ein.

Auf den ersten Blick scheinen diese neuartige Methodik und die Einnahme von Vitamin D3 sicher keine Gemeinsamkeiten zu haben, doch im Gegenteil. Wer die beiden Lösungsansätze genauer betrachtet, wird erkennen, dass die Kälte-Therapie und eine ausreichende Zufuhr an Vitaminen viele einheitliche Ziele verfolgen.

Vitamin D3 und Cryotherapy – zwei Lösungen für ein gemeinsames Ergebnis
Sowohl ein optimaler Vitamin D3-Spiegel als auch die Kälte-Behandlung können die Abwehrkräfte stärken und damit Erkältungen sowie anderen Beschwerden vorbeugen. Zudem hemmen beide Verfahren den Alterungsprozess, fördern den Muskelaufbau sowie die Gesundheit des Herz-Kreislaufsystems, schwächen chronische Schmerzen und wirken sich wohltuend auf den Gemütszustand aus.
Somit fühlt sich der Körper fitter, der Geist wacher und es werden mehr Glückshormone freigesetzt. Dies bekämpft Depressionen, senkt die Gefahr für ein Burn-out und stellt das innere Gleichgewicht her. Daraus resultiert ebenfalls eine gute Schlafqualität.

Noch deutlicher werden die Gemeinsamkeiten der Therapieformen aber im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen, wie Multiple Sklerose oder Fibromyalgie, denn dort kann die Symptomatik durch Vitamine oder eine Kälte-Anwendung wesentlich verbessert werden. Nicht zuletzt zeigen die Kälte-Therapie (cold therapy) und Vitamin D3 ihre Erfolgsresultate bei dem Kampf gegen Krebs, da die Kälte Tumorgewebe gefrieren lässt, wodurch dies den Zelltod durchläuft, während Vitamin D3 auch präventiv gegen Krebserkrankungen wirkt.

Am Ende muss aber jeder selbst entscheiden, wie und ob er Vitamin D3 sowie die Cryotherapy, oder auch cold therapy, nutzt. Auch die Erfolge sind verschieden und orientieren sich an vielen Faktoren. So erfordert die Wirksamkeit von Vitamin D3 ebenfalls einen gesunden Magnesium-Spiegel. Andernfalls kann der Organismus die Inhaltsstoffe nicht korrekt verwerten. Das Cryo-Verfahren ist hingegen nicht für Schwangere, Kinder oder Menschen mit einer Überempfindlichkeit in Bezug auf Kälte gedacht, sodass jene Zielgruppe gar nicht davon Gebrauch machen kann. Insofern die Voraussetzungen aber gegeben sind, wäre auch eine Kombination aus der Einnahme von konzentriertem Vitamin D3 und der Kryotherapie möglich. Auf diese Weise legen sie den Grundstein für eine aktive Alltagsgestaltung und mehr Lebensqualität.

13 Mythen über Vitamin D – Teil 1

Glauben Sie nicht diesen Gerüchten!

Es kursieren im Netz, in den Medien aber auch bei Freunden und Ärzten immer wieder Gerüchte über Vitamin D, die ich nun mal näher unter die Lupe nehmen möchte. Der Artikel hat 2 Teile, der zweite Teil folgt mit dem nächsten Beitrag. Hier nun die ersten 7 gängigen Mythen:

  1. Wenn ich mich regelmäßig im Freien aufhalte, muss ich nicht auf meinen Vitamin -D-Spiegel achten
  2. Ich kann spüren, wenn mein Vitamin-D-Spiegel unten ist, erst dann muss ich welches einnehmen
  3. Vitamin D wird bei jeder Sonneneinstrahlung produziert, auch im Schatten
  4. Vitamin D wird auch im Winter produziert
  5. Ich muss mich immer mit Sonnenschutz eincremen, das hat keinen Einfluss auf meinen Vitamin-D-Spiegel
  6. Mein Körpergewicht hat keinen Einfluss auf meinen Vitamin-D-Status, das hat nur die Sonne.
  7. Vitamin-D nehme ich doch auch mit der Nahrung zu mir und ich ernähre mich doch so gesund, deshalb brauche ich keine Vitamin-D-Pillen

Und hier meine Antworten auf solche Kommentare:

1. Wenn ich mich regelmäßig im Freien aufhalte, muss ich nicht auf meinen Vitamin -D-Spiegel achten

Sie halten sich also regelmäßig im Freien auf… und das OHNE viel Kleidung und OHNE Sonnenschutz? Sie sind deshalb schon knackebraun? Dann Herzlichen Glückwunsch! Sie produzieren wahrscheinlich tatsächlich mehr Vitamin D als der Bundesdurchschnitt. Ich bin jedoch der Meinung, dass sich JEDER in unseren Breitengraden testen lassen muss, um eine Unterversorgung auszuschließen. Es reicht eben nicht, die Nase im Café für eine Stunde in die Sonne zu strecken und dann zu glauben, man habe genügend Vitamin D für die nächsten Tage getankt. Es reicht auch nicht, den Weg zur Arbeit auf dem Fahrrad zurück zu legen – morgens um 8 werden Sie noch kein Vitamin D auf Ihrem Fahrrad produzieren und auch wenn Sie um 12 Uhr fahren, werden Sie wohl kaum im T-Shirt und in Shorts auf die Arbeit fahren und genügend Hautflächen frei haben, um ausreichend Sonne tanken zu können.

2. Ich kann spüren, wenn mein Vitamin-D-Spiegel unten ist, erst dann muss ich welches einnehmen

Sie können spüren, ob Ihr Vitamin D-Spiegel bei 50 oder 10 ng/ml ist? Woran machen Sie das fest? Bekommen Sie dann Krankheitssymptome? Die meisten Menschen spüren den Mangel erst, wenn der Körper Alarm schlägt, bzw. wenn er z. B. immer wieder eine Erkältung einfängt oder man sich oft schlapp und matt fühlt. Doch man muss nicht erst so lange warten, bis das der Fall ist, man kann auch früher eingreifen und darauf aufpassen, dass der Spiegel nicht nach unten fällt (indem man sich ausrechnet, wieviel Vitamin-D man einnehmen muss).

Wenn Sie den Mangel schon spüren, ist der Spiegel schon zu weit im Keller. Nehmen Sie Vitamin D nicht nur zur Krankheitsbekämpfung sondern auch als Vorsorge ein! Ihnen muss es nicht erst schlecht gehen, bevor Sie welches einnehmen.

Überprüfen Sie Ihren Spiegel, dann können Sie sich ausrechnen, wieviel Vitamin D Sie brauchen (die Formel ist von Dr. Raimund von Helden in seinem Buch „Gesund in 7 Tagen“). Leider meinen viele Menschen auch zu spüren, dass sie nicht unterversorgt sind, einfach weil sie ab und zu in die Sonne gehen. Sie meinen es zu wissen und lassen bewusst, obwohl sie oft krank werden, nicht ihren Vitamin-D-Spiegel messen. Lassen Sie mich in aller Deutlichkeit sagen, dass niemand wirklich seine Spiegelhöhe erspüren kann. Es braucht dazu einen Bluttest, alles andere ist Raten oder Wahrsagerei. Riskieren Sie nicht Ihre Gesundheit und Lebensqualität aufgrund von gerateten Werten! Niemand kann seine Spiegelhöhe „erspüren“.

3. Vitamin D wird bei jeder Sonneneinstrahlung produziert, auch im Schatten

Das ist ein absoluter Mythos. Es braucht die direkte Sonneneinstrahlung auf die Haut, um Vitamin D zu produzieren. Im Schatten wird nichts produziert. Sie müssen schon in die Sonne und das auch tagsüber. Die Faustregel im Sommer heißt: Ist der Schatten kürzer als der Körper, produziert Ihr Körper Vitamin D. Ist der Schatten jedoch länger und die Sonne strahlt nicht mehr direkt von oben, dann wird auch weniger Vitamin D produziert.

4. Vitamin D wird auch im Winter produziert

Das ist prinzipiell nicht falsch, doch im Winter wird weit weit weniger Vitamin D produziert als im Sommer. Unsere Vitamin-D-Speicher leeren sich im Winter. Das Zentrum der Gesundheit rät dazu, im Winter zwecks Vitamin-D-Tanken ins Gebirge zu fahren oder ans Mittelmeer… wobei solche Trips aus meiner Sicht nicht ausreichen, um den Speicher wieder aufzufüllen.

5. Ich muss mich immer mit Sonnenschutz eincremen, das hat keinen Einfluss auf meinen Vitamin-D-Spiegel

Oh doch! Der Sonnenschutz erzeugt eine Blockade auf der Haut, so dass die wichtigen UVB-Strahlen nicht in die Haut eindringen können und der Körper kein Vitamin D produzieren kann. Auch Leute mit einer empfindlichen Haut sollten beim Sonnenbaden ein paar Minuten wenigstens ohne Sonnenschutz Sonne tanken. Ich habe hier darüber einen Artikel geschrieben. Es gibt auf Amazon übrigens die „Sunfriend“ Armbänder, die man sich umschnallen kann. Man programmiert seinen Hautton ein und dann verrät einem das Armband, wie lange man gefahrlos in der Sonne bleiben kann, ohne sich einzucremen. So produziert man wenigstens für eine gewisse Zeit Vitamin D.

6. Mein Körpergewicht hat keinen Einfluss auf meinen Vitamin-D-Status, das hat nur die Sonne

Vitamin D ist fettlöslich und wird auch im Fettgewebe eingelagert. Das heißt nicht, dass Übergewichtigen mehr Vitamin-D- zur Verfügung steht, denn es ist eingelagert und nicht im Blutstrom. Meines Wissens muss gerade der Übergewichtige auf seinen Spiegel achten. Dr. Raimund von Helden hat dies in seiner Formel, mit deren Hilfe man sich ausrechnen kann, wieviel Vitamin D man substituieren muss, berücksichtigt. Je mehr man über dem Durchschnitt wiegt, desto mehr Vitamin D muss man zu sich nehmen. Das Körpergewicht hat somit doch einen Einfluss auf den Vitamin-D-Spiegel.

7. Vitamin-D nehme ich doch auch mit der Nahrung zu mir und ich ernähre mich so gesund – deshalb brauche ich keine Vitamin-D-Pillen

Tatsächlich gibt es Vitamin D in der Nahrung, und zwar in tierischen Produkten wie Eiern, Milchprodukten und vor allem Fisch  und auch ein paar Mikrogramm in Pilzen. Ich halte es dennoch für einen Mythos, dass es möglich ist, seinen Spiegel alleinig durch seine Nahrung zu stabilisieren und ich weiß auch gar nicht, ob es so gesund ist, soviel tierische Produkte zu sich zu nehmen. Also liebe Gesundesser, Veganer, Vegetarier, Glutenfreie, Rohköstler, Paleo-Anhänger und Smoothie-Schlürfer: Geht in die Sonne! Nehmt Vitamin D! Gesund essen allein reicht nicht! Vom „Grünzeug“ kriegt ihr kein Vitamin D!

Freuen Sie sich auch auf den zweiten Teil. Da will ich auf folgende Mythen eingehen:

  1. Vitamin D schützt nicht vor Krankheiten, das ist übertrieben
  2. Dunkelhäutige Menschen haben keinen Vitamin D Mangel, da sie sich ohne Sonnenschutz länger in der Sonne aufhalten können
  3. Menschen in heißen Gegenden wie Indien haben auch keinen Vitamin D-Mangel, da sie ja dauernd Sonne haben
  4. Ich kann mich ganz schnell mit Vitamin D überdosieren, da muss ich vorsichtig sein
  5. Ich kann meinen Spiegel mit kleinen Dosen an Vitamin-D wieder hochfahren
  6. Mein Arzt ist gegen Vitamin-D-Einnahme und mein Arzt hat immer Recht, schließlich ist er Arzt

Und welche Mythen kennen Sie? Wir können hier noch welche sammeln, vielleicht gibt es dann noch einen dritten Teil…

Quellen:

Von Helden, Raimund: Gesund in sieben Tagen. Erfolge mit der Vitamin-D-Therapie. Ein Leitfaden für die Praxis. Dresden 2011.

Lebensmittel – Vitamin D. In: http://www.vitalstoff-lexikon.de/Vitamine-A-C-D-E-K/Vitamin-D/Lebensmittel.html (Abruf vom 15.07.2016)

Vitamin D Council: How do I get the Vitamin D my body needs? In: http://www.vitamindcouncil.org/about-vitamin-d/how-do-i-get-the-vitamin-d-my-body-needs/ (Abruf vom 15.07.2016)

Zentrum der Gesundheit: Vitamin D Zufuhr im Winter. In: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/vitamin-d-im-winter-ia.html (Abruf vom 15.07.2016)

 

Diese 4 Nährstoffe sind wichtig für einen gesunden Geist

Haben Sie sich schon mal nach einem Besuch im Fast Food Restaurant so richtig glücklich gefühlt? Oder haben Ihnen die Gewissensbisse auf die Laune gedrückt? Eine ungesunde Ernährungsweise kann die Laune jedoch auch langfristig negativ prägen.

naehrstoffe-depressionNährstoffarmut tritt in westlichen Ländern wie Deutschland eigentlich kaum auf, es sind nur einige wenige Mikro- und Makronährstoffe bei denen ein Mangel gehäufter auftritt. Interessanterweise stehen gerade diese Nährstoffe in einem engeren Zusammenhang mit dem Glücksempfinden und innerer Entspanntheit, also den Aspekten unserer Psyche, die durch die heutige stressige Lebensweise häufig belastet werden.

Nachfolgend wollen wir uns diese Nährstoffe näher anschauen.

Omega-3 Fettsäuren für die gesunde Weiterleitung von Nervenimpulsen

Die Omega-3 Fettsäuren EPA und DHA, die im Fisch und Fischöl vorkommen, sind inzwischen allgemein als ein bedeutender Beitrag zu einem gesunden Herzkreislaufsystem bekannt. Omega-3 Fettsäuren sind ein wichtiger Bestandteil von Nervenzellen, deren Zellmembranen sie eine gewisse Elastizität verleihen, sie schmiegsamer machen und die korrekte Informationsübertragung von einem Neuron zum anderen Neuron gewährleisten. Omega-3 Fette werden zudem in antientzündliche Botenstoffe umgewandelt, sie sind damit Gegenspieler zu Omega-6 Fetten, die im Körper zu proentzündlichen Botenstoffen umgewandelt werden. Ein ausgewogenes Gleichgewicht ist auch für die Psyche wichtig.

Unsere Vorfahren verzehrten Omega-3 und Omega-6 Fette ungefähr in einem 1:1 Verhältnis, heute beträgt dieses Verhältnis 1:8 zugunsten der proentzündlichen Omega-6. Weitab vom ursprünglichen Gleichgewicht.

Epidemiologische Studien zeigen wie Menschen mit einem hohen Risiko für oder einer bereits vorhandenen unipolaren oder bipolaren Depression gehäufter niedrige Omega-3 Werte im Blut aufweisen als die Durchschnittsbevölkerung (1, 2). Studenten die zuvor Omega-3 Fettsäuren einnahmen produzierten in Stresssituationen (Prüfungsstress) deutlich weniger Stresshormone, was für eine bessere Resilienz spricht (3).

Klinische Studien, in denen Menschen mit Depressionen mit einer hohen Dosis Omega-3 Fettsäuren behandelt wurden, zeigen gemischte Ergebnisse. Die Spanne in den Studien reicht von einer höheren Erfolgsrate wenn EPA und DHA als Ergänzung zur antidepressiven Therapie gegeben wurden bis hin zu keiner nachweisbaren Wirksamkeit (4).

Fazit: Lassen Sie es nicht an Omega-3 Fetten in Ihrer Ernährung mangeln, ein Ersatz für eine Therapie bei bereits erkrankten Menschen sind EPA und DHA jedoch nicht.

Zink unterstützt das Glückshormon Serotonin

Meeresfrüchte sind nicht nur reich an gesunden Fetten, sondern enthalten auch das Spurenelement Zink. Zink ist an der Zellteilung beteiligt und an der normalen Regulation der Gene.

Es spielt jedoch auch im Zusammenhang mit dem Glücksempfinden eine wichtige Rolle. So bindet Zink an die Serotonin Rezeptoren (5-HT1A-Rezeptor) an der Oberfläche der Nervenzellen und verstärkt die Wirkung des Glückshormons Serotonin (5). Zink bindet auch den erregenden NMDA-Rezeptor an den Nervenzellen und fährt dessen Aktivität herunter. Eine übermäßige NMDA-Rezeptor Aktivität ist nämlich stark assoziiert mit dem Vorkommen von Depressionen und Nerventoxizität (6).

Klinische Studien in denen 25-50 mg Zink zusammen mit Antidepressiva verabreicht wurden, erzielten bessere Ergebnisse als die Medikamente allein. Zudem sprachen durch die Supplementierung mit Zink mehr depressive Patienten auf die Therapie an, die zuvor therapieresistent waren (7). Ältere Menschen, Vegetarier und Schwangere sind anfälliger für einen Zinkmangel (8, 9).

Dennoch gilt auch hier: Bei bereits vorhandenen Depressionen sind die Studien mit Zink zwar umstritten, lassen Sie es jedoch nicht in Ihrer Ernährung fehlen. Fisch, Muscheln und Gouda Käse sind gute Zinklieferanten. Nutzen Sie keine hochdosierten Präparate, 3-9 mg Kapseln sind je nach Bedarf mehr als ausreichend, solange Sie ein gutes Präparat nutzen wie Zinkhistidin nutzen.

Magnesium entspannt die Nerven

Magnesium ist reichlich in Obst und Gemüse enthalten, die heute leider hinten anstehen müssen hinter Fast Food und raffinierter Ernährung. Aus der Forschung wissen wir jedoch: Ein Magnesiumentzug resultiert in ängstlichem und depressivem Verhalten (10).

Magnesium entfaltet eine natürliche, leicht entspannende Wirkung auf das Nervensystem indem es an die beruhigend wirkenden GABA-Rezeptoren bindet und deren Aktivität verstärkt (11). Die gleichen Rezeptoren an den Nervenzellen werden durch beruhigend wirkende Medikamente (Sedativa) angesprochen, jedoch wesentlich stärker. Magnesium ist also ein natürliches Mittel, das zur einen normalen psychologischen Funktion beiträgt und nach einem stressigen Alltag hilfreich sein kann leichter zur inneren Ausgeglichenheit zu finden.

Vitamin D das Sonnenvitamin

Sonniges Wetter macht einen buchstäblich glücklich. UV Licht trägt zur vermehrten Bildung des Vitamin D bei. Vitamin D wiederum erhöht im Gehirn die Umwandlung der Aminosäure Tryptophan zum Glückshormon Serotonin, indem es die Aktivität des Enzyms Tryptophan Hydroxylase 2 (TPH2) anregt und somit die Serotonin Konzentration ansteigen lässt (12).

Beobachtungsstudien zufolge haben Menschen mit hohen Vitamin D Werten ein fast halbiertes Risiko für depressive Erkrankungen verglichen mit jenen, die einen geringen Spiegel des Sonnenvitamins aufweisen (13).

In Deutschland leidet fast ein Drittel der Bevölkerung an einem deutlichen Vitamin D Mangel nach der Winterphase (14). Das macht nicht glücklich.

Natürlich zu mehr Glück

Die genannten Nährstoffe sind wichtig für das Glücksempfinden, innere Entspanntheit und eine einwandfreie Funktion des Nervensystems.

Die Empfehlung dazu ist ganz simpel: Essen Sie Fisch und Meeresfrüchte, damit decken Sie Ihren Bedarf an Omega-3 Fettsäuren und Zink, dazu einen Salat und zum Dessert genug Obst, so haben sie reichlich Magnesium zur Verfügung. Danach bewegen Sie sich ganz schnell nach Draußen und tanken etwas Frühlingssonne.

Quellenangabe:

Web:

Vitamin D (iNutro.com)
Magnesium (iNutro.com)

 

Fachpublikationen:

  1. Messamore E, McNamara RK. Detection and treatment of omega-3 fatty acid deficiency in psychiatric practice: Rationale and implementation. Lipids in health and disease. 2016;15(1):25. PubMed PMID: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26860589
  2. McNamara RK, Jandacek R, Tso P, Blom TJ, Welge JA, Strawn JR, et al. Adolescents with or at ultra-high risk for bipolar disorder exhibit erythrocyte docosahexaenoic acid and eicosapentaenoic acid deficits: a candidate prodromal risk biomarker. Early intervention in psychiatry. 2016 Jun;10(3):203-11. PubMed PMID: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26486098
  3. Sawazaki S, Hamazaki T, Yazawa K, Kobayashi M. The effect of docosahexaenoic acid on plasma catecholamine concentrations and glucose tolerance during long-lasting psychological stress: a double-blind placebo-controlled study. Journal of nutritional science and vitaminology. 1999 Oct;45(5):655-65. PubMed PMID: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10683816
  4. Grosso G, Pajak A, Marventano S, Castellano S, Galvano F, Bucolo C, et al. Role of omega-3 fatty acids in the treatment of depressive disorders: a comprehensive meta-analysis of randomized clinical trials. PloS one. 2014;9(5):e96905. PubMed PMID: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24805797
  5. Barrondo S, Salles J. Allosteric modulation of 5-HT(1A) receptors by zinc: Binding studies. Neuropharmacology. 2009 Feb;56(2):455-62. PubMed PMID: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18951909
  6. Jaso BA, Niciu MJ, Iadarola ND, Lally N, Richards EM, Park M, et al. Therapeutic Modulation of Glutamate Receptors in Major Depressive Disorder. Current neuropharmacology. 2016 Mar 21. PubMed PMID: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26997505
  7. Nowak G, Siwek M, Dudek D, Zieba A, Pilc A. Effect of zinc supplementation on antidepressant therapy in unipolar depression: a preliminary placebo-controlled study. Polish journal of pharmacology. 2003 Nov-Dec;55(6):1143-7. PubMed PMID: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14730113
  8. Prasad AS. Zinc is an Antioxidant and Anti-Inflammatory Agent: Its Role in Human Health. Frontiers in nutrition. 2014;1:14. PubMed PMID: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25988117
  9. Saunders AV, Craig WJ, Baines SK. Zinc and vegetarian diets. The Medical journal of Australia. 2013 Aug 19;199(4 Suppl):S17-21. PubMed PMID: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25369924
  10. Murck H. Magnesium and affective disorders. Nutritional neuroscience. 2002 Dec;5(6):375-89. PubMed PMID: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12509067
  11. Poleszak E. Benzodiazepine/GABA(A) receptors are involved in magnesium-induced anxiolytic-like behavior in mice. Pharmacological reports : PR. 2008 Jul-Aug;60(4):483-9. PubMed PMID: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18799816
  12. Patrick RP, Ames BN. Vitamin D hormone regulates serotonin synthesis. Part 1: relevance for autism. FASEB journal : official publication of the Federation of American Societies for Experimental Biology. 2014 Jun;28(6):2398-413. PubMed PMID: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24558199
  13. Jaaskelainen T, Knekt P, Suvisaari J, Mannisto S, Partonen T, Saaksjarvi K, et al. Higher serum 25-hydroxyvitamin D concentrations are related to a reduced risk of depression. The British journal of nutrition. 2015 May 14;113(9):1418-26. PubMed PMID: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25989997
  14. Kramer J, Diehl A, Lehnert H. [Epidemiological study on the dimension of vitamin D deficiency in North Germany]. Deutsche medizinische Wochenschrift. 2014 Mar;139(10):470-5. PubMed PMID: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24570191. Epidemiologische Untersuchung zur Haufigkeit eines Vitamin-D-Mangels in Norddeutschland.

 

Epilepsie und Vitamin D

Bis zu 50 % weniger epileptische Anfälle bei höherem Vitamin D-Spiegel.
Epilepsie-Medikamente scheinen auch den Vitamin-D-Spiegel zu beeinflussen.

Epileptische Anfälle erleiden 4%–5% aller Menschen einmal im Leben, die sich dann aber nicht wiederholen. Doch Epileptiker kämpfen mit immer wieder auftretenden Anfällen, gegen die Sie Medikamente schlucken müssen. Es ist eine Krankheit, die im Gehirn entsteht – kann da Vitamin D überhaupt helfen?

Tatsächlich, nach Studien kann die Krampfanzahl deutlich bis zu 50 % zurückgehen, wenn der Vitamin D-Spiegel wieder auf ein gesundes Maß gebracht wird… wobei manche dieses Maß als bei 20 ng/ml ansehen, was ich persönlich nach meinen Recherchen immer noch als Mangel ansehe.

epilepsie-gehirn

Reduktion der Krampfanfälle durch Vitamin D schon 1974 nachgewiesen
Die älteste Studie ist von 1974, damals wurden 23 Epileptikern in 2 Gruppen aufgeteilt, und 9 von ihnen synthetisches Vitamin D2 gegeben (eine schlechtere Variante als das natürliche D3). Zur Kontrolle gab man einer Kontrollgruppe erst kein Vitamin D, dann Vitamin D2. Dabei hat man festgestellt, dass die Zahl der Anfälle bei der Gabe von Vitamin D zurückging. Die Untersuchungsleiter haben damals aber nicht den Vitamin D-Spiegel der Probanden untersucht, sondern nur Dosen zwischen 4.000 und 16.000 Einheiten an Vitamin D2 verteilt.

Von 450 Anfällen auf 30 Anfälle in 3 Monaten
Neuere Studien bestätigen dies: In einer Studie gab man 13 Probanden zwischen 40.000 und 200.000 Einheiten Vitamin D auf einmal, dann erhielten die Teilnehmer zwischen 2000 und 2.600 Einheiten täglich über einen Zeitraum von 3 Monaten.. Der Anfangsspiegel der Probanden war 4 ng/ml bis 34 ng/ml – mit einem Mittelwert von 11,8 ist dies viel zu niedrig. Durch die Gabe von Vitamin D3 konnte der Spiegel auf 23-45 ng/ml erhöht werden – im Schnitt auf 38 ng/ml. Dies ist aus meiner Sicht immer noch nicht im optimalen Bereich, doch die Resultate sind dabei schon erstaunlich:

  • im Schnitt reduzierte sich die Zahl der Anfälle um 40%.
  • Bei 10 Patienten hat sich die Anfallshäufigkeit verringert, bei 1 Patienten ist sie gleich geblieben und bei 2 Patienten hat sie sich erhöht.
  • 5 Patienten konnten ihre Anfallshäufigkeit um sogar 50% reduzieren.
  • Am deutlichsten zeigte sich der Unterschied bei der Person, bei denen der Vitamin D- Spiegel anfangs am niedrigsten war (4 ng/ml). Diese hatte vor der Vitamin-D3-Gabe 450 Anfälle in 3 Monaten – nach der Erhöhung auf einen Spiegel von 43,1 ng/ml hatte sie nur noch bis zu 30 Anfälle in 3 Monaten! Dies ist ein Rückgang um das 15fache bzw. um 93%!

Der Nachteil der Studie: Es gab nur wenig Probanden und keine Kontrollgruppe. Doch hätte ich Epilepsie, würde mich das Ergebnis persönlich ermutigen, als Epileptiker Vitamin D3 zu testen! Ich habe dabei nicht überlesen, dass bei 2 Probanden die Anfallshäufigkeit stieg, halte dennoch aber einen durchschnittlichen Rückgang von 40% als deutliches Argument dafür, seinen Vitamin D-Spiegel zu überprüfen und ihn auf ein gesundes Maß zu bringen.

Anti-Epileptika beeinflussen Vitamin D-Spiegel!
Tatsächlich ist ein Vitamin D3 Mangel unter Epileptikern, die Anti-Epileptika nehmen, häufig. Um dies zu untersuchen, hat man in einer Studie den Vitamin-D-Spiegel von 596 Epileptikern untersucht, einen Mangel hatten 45% der Teilnehmer, wobei definiert wurde, dass ein Spiegel von unter 20 ng/ml zu gering sei, ein Spiegel von 20-29 ng/ml grenzwertig sei und ein Spiegel von 30 ng/ml normal. (was, wie schon erwähnt, aus meiner Sicht immer noch zu niedrig ist) Dabei gab es auch einen Unterschied, welche Art von Medikamenten die Teilnehmer nahmen. Bei denjenigen, die enzyminduzierende Anti-Epileptika nahmen, war der Mangel häufiger vorzufinden (54%) als bei denjenigen, die Anti-Epileptika ohne enzyminduzierende Wirkung nahmen (37%). Welches Anti-Epileptika man nimmt, hat somit dann einen Einfluss auch auf den Vitamin D-Haushalt.

Das Gehirn braucht zur Regulierung Vitamin D
Man vermutet, dass der Zusammenhang zwischen Anfallshäufigkeit und Vitamin-D-Spiegel auch an den Funktionen von Vitamin D im Gehirn zu erklären ist. So reguliert Vitamin D krampffördernde und krampfhemmende Faktoren: Vitamin D ist am Prozess beteiligt, das Cytokine IL6 runter zu regulieren, und damit den Faktor zu beeinflussen, der krampffördernd ist. Gleichzeitig scheint Vitamin D auch bei der Höher-Regulierung der neurotrophen Faktoren GDNF und TN3 eine Rolle zu spielen, den Faktoren also, die als krampfhemmend gelten. Man vermutet das bei einem Mangel an Vitamin D die Runterregulierung der krampffördernden Faktoren wie auch die Hochregulierung der krampfhemmenden Faktoren nicht mehr richtig funktioniert. Auch fördert Vitamin D die Expression von Calcium-bindenden Faktoren, was bei der Bildung der Krampfanfälle auch eine Rolle spielt. (Calcium ist bei der Steuerung der Nervenzellen beteiligt – und ich möchte am Rande erwähnen – Vitamin D beeinflusst den Calciumstoffwechsel).

Die meisten Anfälle dauern nur wenige Minuten an, der Betroffene erholt sich ohne medizinische Maßnahmen, wenngleich er oftmals für einige Zeit schlecht zu wecken ist, kaum ansprechbar und desorientiert ist. Gefährlich wird es, wenn Anfälle kurz hintereinander oder länger andauern – hier können bleibende Hirnschäden die Folge sein.

Ich bedaure es, dass noch keine einzige Studie untersucht hat, was passiert, wenn man den Vitamin D-Level  auf mindestens 50 bis 100 ng/ml bringt. Gehen dann die Krampfanfälle noch mehr zurück? Falls Sie dazu einen Erfahrungsbericht haben, würde ich mich freuen.

 

Biomedizin-Blog: Epilepsie und Vitamin D Mangel. In:
http://www.biomedizin-blog.de/de/epilepsie-und-vitamin-d-mangel-wp261-251.html (Abruf vom 17.04.2016)

Cebulla, Brant: Correction of vitamin D dificiency improves seizure control in Epilepsy. In:
http://www.vitamindcouncil.org/blog/correction-of-vitamin-d-deficiency-improves-seizure-control-in-epilepsy/ (Abruf vom 17.04.2016)

Christiansen, Claus / Rodbro, Paul / Sjö, Ole: „Anticonvulsant Action“ of Vitamin d in Epilepti Patients? A Controlle Pilot Study. In:  http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1610507/ (Abruf vom 17.04.2016)

Teagarden, Diane L. / Meador, Kimford J. / Loring, David W.: Low vitamin D levels are common in patients with epilepsy. In:

http://www.epires-journal.com/article/S0920-1211%2814%2900166-1/abstract (Abruf vom 17.04.2016)