Mit Vitamin D vergiften

Wie Sie sich ganz schnell mit Vitamin D vergiften! Oder warum die Angst davor unsinnig ist.

Sie haben Angst davor, sich mit Vitamin D zu vergiften? Das wäre kein Problem, bei einem Ausgangswert von 30 ng/ml 25(OH) Vitamin D3 im Blut und Normalgewicht müssten Sie nur 1.200.000 Einheiten an Vitamin D zu sich nehmen. Also einfach über eine Millionen Einheiten in ein paar Tagen schlucken und schon sind Sie im Bereich von 150 ng/ml im Blut. Das reicht, um theoretisch in den toxischen Bereich herein zu kommen. 1,2 Millionen Einheiten an Vitamin D – das sind 60 Tabletten an verschreibungspflichtigem Dekristol mit je 20.000 Einheiten oder 240 Vitamin-Tabletten mit 5000 Einheiten an Vitamin D oder 6000 Multivitamintabletten mit je 200 Einheiten an Vitamin D.

Vitamin D oder Medikamente vergiften

Eine Vitamin D Vergiftung ist nahezu unmöglich. Wobei die Vergiftung mit Medikamenten täglich passiert…

Jetzt mal Hand aufs Herz – würde Ihnen das wirklich in den Sinn kommen? 6000 Multivitamin-Tabletten schlucken, oder 240 Vitamin-D3 Kapseln (mit 5000 Einheiten) oder über eine Packung Dekristol mit 20.000 Einheiten? Viele haben schon Angst, mehr als eine Dekristol mit 20.000 Einheiten zu schlucken – woher kommt bloß diese Angst?

Die Medien schüren immer wieder diese Panik, als könne was schlimmes passieren, wenn man nur ein paar Vitamin-D-Tabletten schluckt. Ich kann das nicht nachvollziehen – es ist viel wahrscheinlicher, durch einen Vitamin-D-Mangel Probleme zu bekommen, als Vergiftungserscheinungen zu erleiden. Es ist noch nie jemand an zuviel Vitamin D gestorben und dennoch wird über Vitamin D geredet, als sei es ein hoch wirksames Medikament. Dabei sind richtige Medikamente viel gefährlicher:

Jedes Jahr sterben in Deutschland 58.000 Menschen an den Folgen unerwünschter Medikamentenwirkungen (Neben- und Wechselwirkungen). Verschreibungspflichtige Medikamente können also verheerende Folgen haben, und dennoch schluckt sie jeder, ohne in Panik zu geraten. Doch erzählen Sie mal jemanden, dass Sie viel Vitamin D schlucken – das stösst auf Unverständnis.

Dabei ist es doch so einfach, Vitamin D auf eine sichere Art und Weise einzunehmen. Es ist so einfach, sicher zu stellen, dass Sie nicht überdosieren. Zum einen müssen Sie einfach nur Ihre Blutwerte kontrollieren. Ja, das kostet was, etwas Zeit und etwas Geld: Einmal zum Hausarzt, etwa 30 Euro zahlen, Blut abzapfen lassen und für das Ergebnis anrufen oder nochmal hingehen. Oder Sie holen sich einen Vitamin D-Test von amazon, Paket anfordern, empfangen, nach Anleitung durchführen, einschicken, auf die Antwort warten. Das sind wirklich keine komplizierten Schritte. Wenn Sie das gemacht haben, dann kennen Sie Ihren Ausgangswert, dann wissen Sie, ob Sie unterversorgt sind (was bei vielen in Deutschland sehr wahrscheinlich ist) oder im Normalbereich.

Ich empfehle dann auch, sich in das Thema etwas einzulesen, da ich persönlich die vom Hausarzt oder den Laboren gesetzten Grenzwerte für zu niedrig halte. Meist wird da ein Grenzwert von 30 ng/ml als normal angegeben, ich persönlich strebe aber einen Wert von 50 bis 80 ng/ml an. Ja, ich bin kein Mediziner, aber letztlich ist die Entscheidung, wem man aus der Gesundheitsbranche glaubt, eine persönliche. Ich persönlich habe mich nach dem Lesen von viel Literatur dazu entschieden, meinen Wert möglichst nicht unter 50 ng/ml kommen zu lassen.

Keine Zeit oder kein Geld? Dann schätzen Sie Ihren Spiegel online ein: den Test finden Sie auf http://www.vitamindservice.de und ist für die ersten Male kostenlos. Ich habe einen Artikel dazu geschrieben.

Doch woher sollen Sie nun eigentlich wissen, wieviel Vitamin D Sie schlucken dürfen? Die Antwort ist ebenso ganz einfach: Das können Sie sich ausrechnen. Dr. Raimund von Helden hat in seinem Buch „Gesund in sieben Tagen“ eine Formel, mit der Sie sich ausrechnen können, wieviel Einheiten Vitamin D Sie brauchen. Mit den Formeln aus dem Buch können Sie sowohl berechnen, wie Sie Ihren Spiegel anheben können, als auch wie Sie Ihren Spiegel erhalten können. Ich habe die Formel dazu benutzt, um auszurechnen, wieviel man schlucken muss, um sich überzudosieren (siehe Anfang des Artikels). Ich kann aus Copyright-Gründen die Formel hier nicht wiedergeben, aber es lohnt sich schon deshalb, dieses Buch für wenige Euro zu bestellen.

Sie werden merken, Sie müssen ganz schön viel Vitamin D3 schlucken, um Ihren Spiegel anzuheben. Haben Sie dann keine Angst, sich zu vergiften, wenn Sie das nach der Formel machen, dann kann Ihnen nichts passieren! Sie können dann ja schließlich Ihren Zielwert selbst bestimmen, Sie entscheiden also selbst, nicht in den gefährlichen Bereich reinzukommen. Was eine Überdosierung ist, wird in der Fachwelt ebenso diskutiert, ich habe dazu schon einen Artikel geschrieben.

Haben Sie keine Angst vor Vitamin D! Das Vitamin unterstützt Ihren Körper in vielen Stoffwechsel-Vorgängen, ein Mangel kann fatale Folgen haben. Ich möchte keine unnütze Panik schüren – aber nach vielen Studien scheint es echt viele Zusammenhänge zwischen der Ausprägung einer Erkrankung und dem Vitamin D-Spiegel zu geben (surfen Sie einfach mal auf dieser Seite unter „Krankheiten“). Ich würde eher Angst vor einem Mangel haben, als vor einer Überdosierung. Diese Panik ist völlig unangebracht.

 

Quellen:

Welt am Sonntag: 58 000 Tote durch falsche Medikamente. In: http://www.welt.de/print-wams/article100194/58-000-Tote-durch-falsche-Medikamente.html (Abruf vom 20.07.2014)

o. A.: Cholecalciferol. In: Wikipedia. Webseite: http://de.wikipedia.org/wiki/Cholecalciferol (Abruf vom 20.07.2014)

Khalsa, Soram: The Vitamin D Revolution. How the Power of This Amazing Vitamin Can Change Your Life. Croydon 2010.

Von Helden, Raimund: Gesund in sieben Tagen. Erfolge mit der Vitamin-D-Therapie. Ein Leitfaden für die Praxis. Dresden 2011.

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