Fehlgeburten und Vitamin D

Höheres Risiko einer Fehlgeburt bei niedrigem Vitamin-D-Spiegel. Warum Vitamin D bei Empfängnis und Schwangerschaft so wichtig ist.

Für viele Mütter stellt eine Fehlgeburt ein Trauma da. Es ist tragisch, wenn eine Schwangerschaft so beendet wird. Eine dänische Studie nun hat untersucht, ob es einen statistischen Zusammenhang zwischen Fehlgeburten und dem Vitamin-D-Spiegel der Mütter gibt. Sie wurde 2015 im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht. Die Forscher haben den Vitamin D Spiegel von 1.684 Schwangeren untersucht und sind mit den Müttern in Kontakt geblieben, um herauszufinden, ob sie eine Fehlgeburt hatten. Und tatsächlich: Es existiert ein statistisch relevanter Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel der Mütter und dem Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden.

Ihr Untersuchungsergebnis:

  1. Frauen mit Fehlgeburten hatten einen niedrigeren Vitamin D-Spiegel (22 ng/ml) als die Frauen, die keine Fehlgeburt hatten (26 ng/ml) (P=.002).
  2. Frauen mit einem Spiegel von weniger als 20 ng/ml haben 2,5fach eher eine Fehlgeburt gehabt als Frauen mit einem Spiegel über 20 ng/ml (P<.0,5).
  3. Der Zusammenhang konnte nur bei Fehlgeburten in dem ersten Trimester der Schwangerschaft beobachtet werden, es gab einen Trend in die Richtung im zweiten Trimester doch er besitzt statistisch keine Signifikanz.

Auffällig ist, dass sich bei sehr niedrigem Vitamin-D-Spiegel das Fehlgeburts-Risiko mehr als verdoppelt hat (siehe Punkt 2)!

Die Forscher vermuten nun, dass Vitamin D eine schützende Rolle gegen Frühgeburten spielt. Sie schlagen vor, weitere Studien mit der Gabe von Vitamin D vor (zwecks Empfängnis) und während der Schwangerschaft durchzuführen. Das Vitamin D Council, eine amerikanische Organisation, die sich für die Supplementierung mit Vitamin D stark macht, hält diese Studien jedoch für moralisch fragwürdig. Wie kann man schwangeren Frauen in einer Studie Vitamin D vorenthalten, wenn es statistisch wahrscheinlicher ist, dass sie eine Fehlgeburt erleiden? Denn Vitamin D spielt nach dem Vitamin D Council eine Rolle beim Wachstum und der Entwicklung des Fetus.

Ich habe auch einen Bericht eines Vaters im Netz gefunden, der selbst erlebt hat, welch einen Unterschied die Gabe von Vitamin D bei der Schwangerschaft seiner Frau hatte. Johns Frau hatte vier Fehlgeburten in der 7. bis 10. Schwangerschaftswoche. Die Ärzte konnten sich das nicht erklären. Ein Gen-Spezialist meinte dann, dass sie niemals Jungen haben könnten, da es Störungen auf den beiden X-Chromosomen der Mutter gibt. Bei einem Mädchen könnte die X-Information des Vaters diese Störung der Mutter ausgleichen, das wäre aber bei einem Jungen mit einem Y-Chromosom nicht möglich. Tatsächlich waren 3 der Frühgeburten Jungen.

Daraufhin entschloss sich das Ehepaar, den Vitamin-D-Spiegel zu erhöhen. Es gab keine Alternativen. Bisher ging die Mutter nur mit viel Sonnenschutz auf der Haut raus – sie konnte also auf natürlichen Weg nicht viel Vitamin D produzieren (Sonnenschutz-Mittel halten die Haut davon ab, Vitamin D zu produzieren). Also hat nun die Mutter die Nutzung von Sonnenschutz-Mittel so weit wie mögliFehlgeburtench reduziert und ist auch gleichzeitig unter die Sonnenbank gegangen, um den Spiegel anzuheben. Zusätzlich hat sie zwischen 20.000 IE und 150.000 IE an Vitamin D zu sich genommen, ebenso Magnesium, K2 und Krill-Öl (also Fischöl) (lesen Sie hier meinen Bericht über K2). Und tatsächlich: Sie wurde wieder schwanger, und hat dann zusätzlich zu diesen Nahrungsergänzungsmitteln noch Folsäure eingenommen. Im Winter war dann ihr Vitamin-D-Spiegel bei 60,02 ng/ml. Ihre Schwangerschaft verlief ohne Komplikationen und sie hat ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht.

Auch nach der Schwangerschaft hat sie weiterhin Vitamin D zu sich genommen, und darauf geachtet, dass sie auch mal ohne Sonnenschutz in die Sonne geht. Und tatsächlich: Sie wurde wieder schwanger. Diesmal mit Jungen! Die Eltern waren voller Sorge, da sie bisher so viele Fehlgeburten mit Jungen hatte. Doch abgesehen davon, dass sie sich während der Schwangerschaft Insulin spritzen musste, verlief die Schwangerschaft ebenso ohne Komplikationen. Die Mutter gebar 2 völlig gesunde Jungs.

Dies ist ein Bericht, der Mut macht, auf seinen Vitamin D Spiegel besonders bei Empfängnis und Schwangerschaft zu achten.

Ja, auch bei der Empfängnis kann Vitamin D eine Rolle spielen. Eine Studie hat Frauen untersucht, die Probleme hatten, ein Kind zu empfangen: 93 % von ihnen hatten einen niedrigen Vitamin D-Spiegel. Jede Frau mit ovulatorischen Störungen oder Polyzystischem Ovar-Syndrom war mit Vitamin D unterversorgt.

Auch die Männer sollten bei der Empfängnis auf ihren Vitamin-D-Spiegel achten: Denn es gibt einen Zusammenhang zwischen der Beweglichkeit der Spermium und dem Vitamin-D-Spiegel der Männer. Auch hatten Männer mit hohen Vitamin D-Spiegel (was hier mit über 30 ng/ml definiert wurde) viel mehr beweglichere und normale Spermien als Männer mit einem Vitamin D-Mangel (Spiegel unter 10 ng/ml).

Auch die Komplikationen während der Schwangerschaft sind mit Vitamin D reduziert. In einer Studie wurden 494 Frauen ab der 12. bis 16. Schwangerschaftswoche Vitamin D gegeben. Eine Gruppe erhielt 400 IE an Vitamin D täglich, die andere Gruppe 2000 IE täglich und Gruppe 3 erhielt 4000 IE täglich. Jeden Monat wurden dann die Frauen untersucht. Keine der Frauen hat Nebenwirkungen von dem Vitamin D gehabt (das überrascht mich nicht). Die Frauen mit viel Vitamin D hatten weniger vorzeitige Wehen und vorzeitliche Geburten. Der größtmöglichste Effekt wurde dabei bei den Frauen mit 4000 IE an Vitamin D täglich beobachtet. Die Wissenschaftler dieser Studie empfehlen diese Dosis allen Schwangeren.

Bis zu 20 % aller Frauen verlieren ihr Kind durch eine Fehlgeburt. Natürlich gibt es viele Faktoren, die eine Fehlgeburt verursachen können – darunter Rauchen, ein hohes Alter der Mutter, Alkohol, Übergewicht schon vor der Schwangerschaft, schweres Heben und Schichtarbeit. 80 % der Fehlgeburten passieren in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft. In 50 % der Fälle werden auch Abnormalitäten auf den Chromosomen vermutet.

Kinderwunsch? Achten Sie auf Ihren Vitamin D-Spiegel! Und zwar beide: Mütter und Väter.

Cannell, John: A closer look: „Research suggests vitamin D is a modifiable risk factor for miscarriage“. In:

http://www.vitamindcouncil.org/blog/a-closer-look-research-suggests-vitamin-d-is-a-modifiable-risk-factor-for-miscarriage-08-2015/?mc_cid=ff07906d58&mc_eid=b611cc3972 (Abruf vom 31.08.2015)

 

3 Comments Fehlgeburten und Vitamin D

  1. Iva

    Hallo.

    In meinem Fall ist ein Vitamin D3 Mangel nach der Geburt des ersten Kindes entstanden. Wir probieren seit Monaten schwanger zu werden und mein Hausarzt hat mir Vitamin D3 Kapseln empfohlen. Vor ein paar Wochen habe ich mit der Einnahme begonnen… Ich bin erstaunt und bedanke mich für den Beitrag. Möglicherweise konnte ich durch den Mangel zu vor nicht schwanger werden!! Ich werde meinen Vitamin D Spiegel genau beobachten lassen.

    Herzliche Grüße

    Reply
    1. Birgit

      Die Basis dass Vitamine D besser aufgenommen wird ist die Balance zwischen Omega 3 und 6. Stimmt diese nicht 1:3 oder höher mit Omega 6 sind meist die Entzündungswerte im Körper höher und so können es die Zellen nicht optimal aufnhemen

      Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.