13 Mythen über Vitamin D – Teil 1

Glauben Sie nicht diesen Gerüchten!

Es kursieren im Netz, in den Medien aber auch bei Freunden und Ärzten immer wieder Gerüchte über Vitamin D, die ich nun mal näher unter die Lupe nehmen möchte. Der Artikel hat 2 Teile, der zweite Teil folgt mit dem nächsten Beitrag. Hier nun die ersten 7 gängigen Mythen:

  1. Wenn ich mich regelmäßig im Freien aufhalte, muss ich nicht auf meinen Vitamin -D-Spiegel achten
  2. Ich kann spüren, wenn mein Vitamin-D-Spiegel unten ist, erst dann muss ich welches einnehmen
  3. Vitamin D wird bei jeder Sonneneinstrahlung produziert, auch im Schatten
  4. Vitamin D wird auch im Winter produziert
  5. Ich muss mich immer mit Sonnenschutz eincremen, das hat keinen Einfluss auf meinen Vitamin-D-Spiegel
  6. Mein Körpergewicht hat keinen Einfluss auf meinen Vitamin-D-Status, das hat nur die Sonne.
  7. Vitamin-D nehme ich doch auch mit der Nahrung zu mir und ich ernähre mich doch so gesund, deshalb brauche ich keine Vitamin-D-Pillen

Und hier meine Antworten auf solche Kommentare:

1. Wenn ich mich regelmäßig im Freien aufhalte, muss ich nicht auf meinen Vitamin -D-Spiegel achten

Sie halten sich also regelmäßig im Freien auf… und das OHNE viel Kleidung und OHNE Sonnenschutz? Sie sind deshalb schon knackebraun? Dann Herzlichen Glückwunsch! Sie produzieren wahrscheinlich tatsächlich mehr Vitamin D als der Bundesdurchschnitt. Ich bin jedoch der Meinung, dass sich JEDER in unseren Breitengraden testen lassen muss, um eine Unterversorgung auszuschließen. Es reicht eben nicht, die Nase im Café für eine Stunde in die Sonne zu strecken und dann zu glauben, man habe genügend Vitamin D für die nächsten Tage getankt. Es reicht auch nicht, den Weg zur Arbeit auf dem Fahrrad zurück zu legen – morgens um 8 werden Sie noch kein Vitamin D auf Ihrem Fahrrad produzieren und auch wenn Sie um 12 Uhr fahren, werden Sie wohl kaum im T-Shirt und in Shorts auf die Arbeit fahren und genügend Hautflächen frei haben, um ausreichend Sonne tanken zu können.

2. Ich kann spüren, wenn mein Vitamin-D-Spiegel unten ist, erst dann muss ich welches einnehmen

Sie können spüren, ob Ihr Vitamin D-Spiegel bei 50 oder 10 ng/ml ist? Woran machen Sie das fest? Bekommen Sie dann Krankheitssymptome? Die meisten Menschen spüren den Mangel erst, wenn der Körper Alarm schlägt, bzw. wenn er z. B. immer wieder eine Erkältung einfängt oder man sich oft schlapp und matt fühlt. Doch man muss nicht erst so lange warten, bis das der Fall ist, man kann auch früher eingreifen und darauf aufpassen, dass der Spiegel nicht nach unten fällt (indem man sich ausrechnet, wieviel Vitamin-D man einnehmen muss).

Wenn Sie den Mangel schon spüren, ist der Spiegel schon zu weit im Keller. Nehmen Sie Vitamin D nicht nur zur Krankheitsbekämpfung sondern auch als Vorsorge ein! Ihnen muss es nicht erst schlecht gehen, bevor Sie welches einnehmen.

Überprüfen Sie Ihren Spiegel, dann können Sie sich ausrechnen, wieviel Vitamin D Sie brauchen (die Formel ist von Dr. Raimund von Helden in seinem Buch „Gesund in 7 Tagen“). Leider meinen viele Menschen auch zu spüren, dass sie nicht unterversorgt sind, einfach weil sie ab und zu in die Sonne gehen. Sie meinen es zu wissen und lassen bewusst, obwohl sie oft krank werden, nicht ihren Vitamin-D-Spiegel messen. Lassen Sie mich in aller Deutlichkeit sagen, dass niemand wirklich seine Spiegelhöhe erspüren kann. Es braucht dazu einen Bluttest, alles andere ist Raten oder Wahrsagerei. Riskieren Sie nicht Ihre Gesundheit und Lebensqualität aufgrund von gerateten Werten! Niemand kann seine Spiegelhöhe „erspüren“.

3. Vitamin D wird bei jeder Sonneneinstrahlung produziert, auch im Schatten

Das ist ein absoluter Mythos. Es braucht die direkte Sonneneinstrahlung auf die Haut, um Vitamin D zu produzieren. Im Schatten wird nichts produziert. Sie müssen schon in die Sonne und das auch tagsüber. Die Faustregel im Sommer heißt: Ist der Schatten kürzer als der Körper, produziert Ihr Körper Vitamin D. Ist der Schatten jedoch länger und die Sonne strahlt nicht mehr direkt von oben, dann wird auch weniger Vitamin D produziert.

4. Vitamin D wird auch im Winter produziert

Das ist prinzipiell nicht falsch, doch im Winter wird weit weit weniger Vitamin D produziert als im Sommer. Unsere Vitamin-D-Speicher leeren sich im Winter. Das Zentrum der Gesundheit rät dazu, im Winter zwecks Vitamin-D-Tanken ins Gebirge zu fahren oder ans Mittelmeer… wobei solche Trips aus meiner Sicht nicht ausreichen, um den Speicher wieder aufzufüllen.

5. Ich muss mich immer mit Sonnenschutz eincremen, das hat keinen Einfluss auf meinen Vitamin-D-Spiegel

Oh doch! Der Sonnenschutz erzeugt eine Blockade auf der Haut, so dass die wichtigen UVB-Strahlen nicht in die Haut eindringen können und der Körper kein Vitamin D produzieren kann. Auch Leute mit einer empfindlichen Haut sollten beim Sonnenbaden ein paar Minuten wenigstens ohne Sonnenschutz Sonne tanken. Ich habe hier darüber einen Artikel geschrieben. Es gibt auf Amazon übrigens die „Sunfriend“ Armbänder, die man sich umschnallen kann. Man programmiert seinen Hautton ein und dann verrät einem das Armband, wie lange man gefahrlos in der Sonne bleiben kann, ohne sich einzucremen. So produziert man wenigstens für eine gewisse Zeit Vitamin D.

6. Mein Körpergewicht hat keinen Einfluss auf meinen Vitamin-D-Status, das hat nur die Sonne

Vitamin D ist fettlöslich und wird auch im Fettgewebe eingelagert. Das heißt nicht, dass Übergewichtigen mehr Vitamin-D- zur Verfügung steht, denn es ist eingelagert und nicht im Blutstrom. Meines Wissens muss gerade der Übergewichtige auf seinen Spiegel achten. Dr. Raimund von Helden hat dies in seiner Formel, mit deren Hilfe man sich ausrechnen kann, wieviel Vitamin D man substituieren muss, berücksichtigt. Je mehr man über dem Durchschnitt wiegt, desto mehr Vitamin D muss man zu sich nehmen. Das Körpergewicht hat somit doch einen Einfluss auf den Vitamin-D-Spiegel.

7. Vitamin-D nehme ich doch auch mit der Nahrung zu mir und ich ernähre mich so gesund – deshalb brauche ich keine Vitamin-D-Pillen

Tatsächlich gibt es Vitamin D in der Nahrung, und zwar in tierischen Produkten wie Eiern, Milchprodukten und vor allem Fisch  und auch ein paar Mikrogramm in Pilzen. Ich halte es dennoch für einen Mythos, dass es möglich ist, seinen Spiegel alleinig durch seine Nahrung zu stabilisieren und ich weiß auch gar nicht, ob es so gesund ist, soviel tierische Produkte zu sich zu nehmen. Also liebe Gesundesser, Veganer, Vegetarier, Glutenfreie, Rohköstler, Paleo-Anhänger und Smoothie-Schlürfer: Geht in die Sonne! Nehmt Vitamin D! Gesund essen allein reicht nicht! Vom „Grünzeug“ kriegt ihr kein Vitamin D!

Freuen Sie sich auch auf den zweiten Teil. Da will ich auf folgende Mythen eingehen:

  1. Vitamin D schützt nicht vor Krankheiten, das ist übertrieben
  2. Dunkelhäutige Menschen haben keinen Vitamin D Mangel, da sie sich ohne Sonnenschutz länger in der Sonne aufhalten können
  3. Menschen in heißen Gegenden wie Indien haben auch keinen Vitamin D-Mangel, da sie ja dauernd Sonne haben
  4. Ich kann mich ganz schnell mit Vitamin D überdosieren, da muss ich vorsichtig sein
  5. Ich kann meinen Spiegel mit kleinen Dosen an Vitamin-D wieder hochfahren
  6. Mein Arzt ist gegen Vitamin-D-Einnahme und mein Arzt hat immer Recht, schließlich ist er Arzt

Und welche Mythen kennen Sie? Wir können hier noch welche sammeln, vielleicht gibt es dann noch einen dritten Teil…

Quellen:

Von Helden, Raimund: Gesund in sieben Tagen. Erfolge mit der Vitamin-D-Therapie. Ein Leitfaden für die Praxis. Dresden 2011.

Lebensmittel – Vitamin D. In: http://www.vitalstoff-lexikon.de/Vitamine-A-C-D-E-K/Vitamin-D/Lebensmittel.html (Abruf vom 15.07.2016)

Vitamin D Council: How do I get the Vitamin D my body needs? In: http://www.vitamindcouncil.org/about-vitamin-d/how-do-i-get-the-vitamin-d-my-body-needs/ (Abruf vom 15.07.2016)

Zentrum der Gesundheit: Vitamin D Zufuhr im Winter. In: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/vitamin-d-im-winter-ia.html (Abruf vom 15.07.2016)