Vitamin D-Diskussion in den Medien

Unverantwortlich: Nachrichtenmagazin „Plusminus“ hält die Diskussionen um Vitamin D nur für Geldmacherei

Vitamin D und Geld

Hinweise zum Vitamin D-Spiegel in Verbindung mit eventuellen Krankheiten werden lediglich als Geldmacherrei bezeichnet

Gestern lief ein Bericht in dem ARD-Magazin „Plusminus“ über Vitamin D. Der Tenor war: Sie bräuchten sich nicht um Ihren Vitamin-D-Spiegel Sorgen machen, Sie bräuchten kein Vitamin D zusätzlich einnehmen, im Sommer würde der Körper genügend Vorräte für den Winter produzieren. Alles andere sei nur Geldmacherei. Uunverantwortlich, so etwas zu behaupten! Viele Ärzte und Wissenschaftler raten dazu, auf den Vitamin D-Spiegel zu achten und einen Mangel auszugleichen, da zuwenig Vitamin D im Körper zu Mangelproblemen führen kann.

Auch hat man bei Kranken oftmals einen niedrigen Vitamin D-Spiegel festgestellt.

Doch nach der von ARD interviewten Professorin sei das wahrscheinlich nicht die Ursache für die Erkrankung sondern die Folge. Im Nebensatz wird jedoch klar, dass dies nur eine Vermutung ist. Somit bauen die sogenannten Experten ihre Unvorsichtigkeit auf eine Vermutung auf. Natürlich kann ich Ihnen nicht beweisen, dass Vitamin D-Mangel diverse Krankheiten auslösen kann, doch viele Studien haben einen Zusammenhang nachgewiesen, den man so einfach nicht vom Tisch wischen kann.

In der Sendung ließen Sie auch einen Vitamin-D-Verfechter zu Wort kommen, Prof. Dr. Jörg Spitz, der auf den großen Vitamin-D-Mangel in Deutschland hinwies und auch vermutet, dass alle Erkrankungen etwas mit Vitamin D im Körper zu tun haben. Doch anstatt sich mit seinen Thesen fachlich auseinander zu setzen wurden seine Aussagen ins Lächerliche gezogen. Ich kann mich nur wiederholen: Das ist unverantwortlich!

Den Vogel abgeschossen hat ein leitender Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Er meinte doch tatsächlich, dass es KEINE Indikation für die Einnahme von Vitamin D-Präparaten gebe. Wirklich? Also, wenn ich einen Vitamin-D-Mangel habe, weil ich alt bin und selten in die Sonne gehe, oder weil ich krank bin oder weil ich auch im Sommer nie ohne Sonnenschutzmittel raus gehe…. dann brauche ich also meinen Mangel nicht auszugleichen? Wirklich? Der Körper braucht kaum Vitamin D und die Zusammenhänge zu Erkrankungen sind alles nur Zufälle, Nebensächlichkeiten? Jetzt bin ich es, der sich hier mal lustig machen muss. Ich kann solche Aussagen nicht ernst nehmen.

Tut mir leid, Plusminus, das ist russisches Roulette was Sie da empfehlen. Sie wissen nämlich selbst nicht, warum es da einen Zusammenhang zwischen Erkrankungen und dem Vitamin D-Spiegel gibt. Es ist unverantwortlich, einen Bluttest als Geldmacherei darzustellen. Nur durch einen Bluttest kann man doch herausfinden, ob dieser ganze Hype um Vitamin D wahr ist oder nicht und nur durch einen Bluttest erfahre ich, ob ich optimal mit Vitamin D versorgt bin. Alles andere ist ein Ratespiel auf Kosten der Gesundheit.

Von einem Nachrichtenmagazin wie „Plusminus“ hätte ich mir eine ausgewogenere Berichterstattung erwartet. Interessant ist, dass andere Magazine der ARD das Thema gegensätzlich behandeln. So empfiehlt „Ratgeber Gesundheit“ in einer Sendung vom 13.04.2013 einen Mangel auszugleichen. Es geht also auch anders.

Quellen:
Sendung „Plusminus“ vom 19.04.2014 um 22 Uhr
Näheres zur Sendung unter: http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/swr/2014/vitamin-d-114.html (19.04.2014)
2) o. A.: Nicht nur gut für starke Knochen. In: http://www.daserste.de/information/ratgeber-service/gesundheit/sendung/rbb/2013/13042013-vitamin-d-102.html (19.04.2014)

Ein offenes Wort zu Vitamin-Studien

Vitamin-Studien: schalten Sie Ihren Verstand ein!

„Trau nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ ist eine Redewendung unter Wissenschaftlern. Und es steckt viel Wahrheit in ihr. Denn nur weil eine Aussage scheinbar durch eine „Studie“ „belegt“ ist, heißt es noch lange nicht, dass sie wahr ist. Deshalb muss man beim Lesen von Studien und Studienergebnissen immer seinen gesunden Menschenverstand mit benutzen. Denn Wissenschaftler kennen Mittel und Wege, um das Studienergebnisse in die Richtung zu biegen, in der sie es haben wollen.

Vitamin-StudieDeshalb lautet die erste Frage beim Lesen von Studienergebnissen: Wer profitiert? Wenn jetzt die Pharmaindustrie eine Studie in Auftrag gibt und die Ergebnisse sprechen FÜR das Medikament, dann gehen bei mir immer die Alarmglocken an. Denn die Pharmafirma profitiert von dem Studienergebnis.

Sie werden sich sicherlich die Frage stellen, wie denn eine Firma/ein Institut ein Ergebnis zurechtbiegen kann. Nun, da sind viele Mittel und Wege vorstellbar und sicherlich auch bekannt. Da ist zum einen die Fragestellung: Schon durch die Zugabe oder Wegnahme des Wortes „eigentlich“ kann ein Umfrageergebnis verändert werden. Beispiel: „Haben Sie eigentlich das Gefühl, dass es Ihnen mit dem Medikament insgesamt besser geht?“ gibt ein anderes Ergebnis als die Frage „Haben Sie das Gefühl, dass es Ihnen mit dem Medikament insgesamt besser geht?“

Auch kann ich durch die Wahl der Studienteilnehmer das Ergebnis beeinflussen. Eine Studie mit Vitaminen bei Krebserkrankungen kann schlecht ausgehen, wenn die Studienteilnehmer alle im Endstadion sind.

Und wenn in den Medien von Studien die Rede ist, in denen Vitamine scheinbar den Krebs fördern, so würde ich gerne näher hinschauen.

Was für Vitamine wurden hier genommen? Wurden hier vielleicht diese Brausetabletten eingenommen, voll von künstlichen Süßstoffen, Geschmacksstoffen und Farbstoffen?

Was hat dann den Krebs erzeugt – die Vitamine oder die „Verpackung“?

Leider gibt es kaum eine Möglichkeit, solche Studien im Detail zu untersuchen. Viele Studien stehen zusammengefasst im Netz, doch Laien haben kaum eine Chance, die medizinische Fachsprache zu verstehen. Deshalb möchte ich an Sie appellieren: Schalten Sie nie beim Lesen von Studienergebnissen oder wissenschaftlichen Artikeln Ihren gesunden Menschenverstand aus! Und fragen Sie sich immer „Wer profitiert?“