Guter Schlaf und bessere Gesundheit: Melatonin kann schlaffördernd wirken

Nicht nur Vitamin D ist wichtig für unser Wohlbefinden – auch ausreichend tiefer Schlaf beeinflusst unsere Gesundheit und unsere Laune. Den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert u. a. das Hormon Melatonin, das bei Dunkelheit vermehrt produziert wird. Dieser Artikel ist diesmal nicht Vitamin D gewidmet, sondern eben diesem „Schlafhormon“, da es ein sehr wichtiges Hormon ist, das leider nur in den Staaten als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich ist. Melatonin ist in Deutschland seit einigen Jahren nicht mehr frei verfügbar.

Melatonin wird im Zwischenhirn – genauer: in der Zirbeldrüse – aus Serotonin hergestellt – die Produktion wird durch Dunkelheit angekurbelt. Auch im Darm scheint dieses Schlafhormon durch die enterochromaffine Zelle produziert zu werden. Doch für den Tag-Nacht-Rhythmus ist das Melatonin aus der Zirbeldrüse verantwortlich – es macht müde. Wer dagegen abends starkem Licht ausgesetzt ist, oder tagsüber zu wenig Licht, kann eine Störung im Melatoninhaushalt haben – und somit auch Schlafstörungen. Viele nutzen dieses Hormon zum Einschlafen und berichten davon, mit der Hormongabe besser schlafen zu können und erholter aufzuwachen. Manche Studien nehmen an, dass Melatonin als schlafförderndes Nahrungsergänzungsmittel gerade bei älteren Personen ab 55 hilft, wenn der Melatoninspiegel absinkt. Schon 1990 stellte Franz Waldhauser fest, dass die Einnahme von Melatonin den REM-Schlaf verlängern kann und gleichzeitig frühe Schlafphasen verkürzen kann.

Ausreichender und tiefer Schlaf ist wichtig. Doch gerade Schichtarbeiter oder Fernreisende mit Jetleg können Störungen im Melatoninhaushalt haben. Auch im Winter, wenn es früher dunkel wird, kann es passieren, dass der Melatoninspiegel auch tagsüber erhöht ist, wodurch man schlapp und müde wird. Dies kann auch depressiv machen. Winterdepressive müssen dabei unbedingt auch auf ihren Vitamin D-Spiegel achten, da der im Winter abfällt, da hier die Sonne nicht mehr so stark scheint (und Vitamin D vom Körper durch die Sonneneinstrahlung in der Haut produziert wird). Auch eine Lichttherapie kann sich positiv sowohl auf den Melatonin-Haushalt wie auch auf den Vitamin-D-Haushalt auswirken.

Die antioxidative Wirkung

Melatonin hat auch eine antioxidative Wirkung, d. h. es ist ein Radikalfänger, das auch die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Melatonin soll dabei wirksamer als Vitamin E sein. Weniger entwickelte Lebewesen nutzen dieses Hormon rein als Radikalfänger. Gleichzeitig ist es wasser- und fettlöslich. Auch unsere Zellkraftwerke – die Mitochondrien – können dies als Antioxidant nutzen. (Kurz als Hintergrund: Ein freies Radikal ist ein „Elektronenräuber“ – d. h. es raubt einem anderen Molekül ein Elektron – dadurch kann das Molekül selbst zu einem freien Radikal werden – es hat ein Elektron zu wenig. Ein Antioxidant nun kann diesem oxidativen Stress entgegenwirken, indem es dem beraubten Molekül ein neues Elektron liefert, ohne dabei selbst aus dem Gleichgewicht zu kommen).

Es könnte somit sein, dass Melatonin durch seine antioxidative Wirkung sich positiv auf das Immunsystem auswirkt. Diese antioxidative Wirkung ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb manche Menschen es als „Anti-Aging“-Mittel einnehmen.

Melatonin steuert auch den Zeitpunkt und die Freisetzung von weiblichen Reproduktions-Hormonen – wann die Menstruation anfängt, und wann sie aufhört (Menopause). Es gibt Literatur, die niedrige Melatoninspiegel mit Schwangerschaftskomplikationen namens Präeklampsie in Verbindung bringen. In der Menopause soll es die Lebensqualität erhöhen können, indem es den Schlaf verbessern und Knochenschwund entgegenwirken kann.

Panda Bär bei Lieblingsbeschäftigung

Auch soll es einen Einfluss auf das Herz haben und den Blutdruck senken können – hier ist jedoch noch Forschung nötig. Die Nierenfunktion soll es ebenso mitsteuern. Es scheint gleichfalls Einfluss auf viele körperliche Fehlfunktionen  zu haben – so berichten Fibromyalgie-Patienten von einer Linderung Ihrer Schmerzen.. Manche nutzen dieses Schlafhormon auch bei Alzheimer, bipolarer Erkrankung, Schizophrenie, Endometriose, Reizdarm, Osteoporose, Tinnitus, Sodbrennen, Epilepsie  oder bei starken Nebenwirkungen von Psychopharmaka wie dem „Restless-Leg-Syndrom“ ) (wenn die Beine nicht mehr still gehalten werden können) oder der tardiven Dyskinesie (unkontrollierbare Zuckungen). Wenn Sie gesundheitliche Beschwerden haben, besprechen Sie die Einnahme immer mit Ihrem Arzt!

Krebsbehandlung

Umstritten ist Melatonin bei der Krebsbehandlung. Es gibt Studien, nach denen die Sterberaten von Krebs-Patienten, die mit Melatonin behandelt werden, zurückgegangen sind. Dabei kam es nicht auf die Art des Krebses an oder die Dosis von Melatonin. Gleichzeitig berichteten die Patienten von keinen schwerwiegenden Nebenwirkungen. Mehrere Studien sehen auch einen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und niedrigem Melatonin-Spiegel. In Laborexperimenten wuchsen bestimmte Brustkrebszellen besser bei niedrigem Melatonin-Spiegel und wuchsen schlechter, wenn man den Zellen Melatonin zufügte. Auch Männer mit Prostata-Krebs haben einen niedrigeren Melatonin-Spiegel als Männer ohne Prostata-Krebs. In einer Studie wurde diesen Patienten Melatonin zusätzlich zur konservativen Behandlung von gegeben, was die Überlebensrate anstiegen ließ.

In der Krebsbehandlung bedarf es jedoch noch an Forschung, und es ist wahrscheinlich, dass die Pharmaindustrie dabei Einfluss zu nehmen versucht – an Melatonin können sie nichts verdienen.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Europäische Kommission in der EU Melatonin verschreibungspflichtig gemacht hat – man kann es als Circadin ab einem Alter von 55 Jahren von seinem Arzt verschreiben lassen. Circadin ist Melatonin in retardierter Form – d. h. es wird nach und nach im Körper freigesetzt und verarbeitet – dies soll beim Durchschlafen helfen. Der Körper baut Melatonin erst über die Leber ab und scheidet die Abbauprodukte durch den Urin aus.  Leider ist in der EU Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel verboten. Wer Kontakte in die Staaten hat – oder gute Internetquellen –  kann dort Melatonin problemlos erwerben, teilweise mit sehr hohen Dosen. Es ist zu hinterfragen, ob eine Dosis von 20 mg nötig ist, oder ob 1-3 mg nicht reichen – das muss man selbst austesten. (Einnahme 30 bis 60 Minuten vor dem Zubett-Gehen). Ein Autor empfiehlt, erst mit 1 mg anzufangen und dann bis 5 mg zu steigern. Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt über eine Einnahme von Melatonin, besonders wenn Sie schwanger oder krank sind. Geben Sie auch gerade Kindern nicht einfach Melatonin ohne Rücksprache mit dem Kinderarzt, da hier sonst Krampfanfälle auftreten könnnen. Melatonin ist kein Ersatz für gute Bettroutinen und gesunde Schlafrhythmen – bei Kindern und Erwachsenen.

Viele Menschen sind von Schlafstörungen betroffen – nach einer Studie hat jeder Zehnte Arbeitnehmer schwere Probleme mit der Ruhe in der Nacht. Schlaf-Wach-Störungen können organische Ursachen haben – oder psychische. Die richtigen Hämmer – Schlafmittel wie z. B. Zopiclon oder Beruhigungsmittel wie z. B. Tavor – wirken schnell und sicher, machen jedoch auch abhängig. Wenn Sie sich diese Hämmer verschreiben lassen, dann achten Sie darauf, dass die Einnahme jedoch immer eine Ausnahme ist, und nicht regelmäßig angewandt wird. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt Ihre Schlafstörungen genau und auch die Einnahme Ihrer Medikamente. Bedenken Sie ebenso, dass Koffein oder die Einnahme von Vitaminen abends das Schlafen verzögern kann.

Auch in Lebensmitteln steckt Melatonin  – getrocknete Pistazien haben mit Abstand die meisten  mit circa 23.000 Mikrogramm pro 100 Gramm. Ob eine Handvoll Pistazien am Abend jedoch müde macht, darf gerne getestet werden. 100 Gramm jeden Abend würde nur leider das Gewicht nach oben treiben.

 

Quellen:

University of Maryland, Medical Center: Melatonin. In: http://www.umm.edu/health/medical/altmed/supplement/melatonin (Abruf vom 04.08.2017)

Martin MT, Azpiroz F, Malagelada JR: Malatonin and the gastrointestinal tract. In: PubMed.gov. In: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9921037 (Abruf vom 04.08.2017)

Melatonin. In: https://www.drugs.com/melatonin.html (Abruf vom 04.08.2017)

Schlafhormon Melatonin. In: https://www.gesundheit.de/medizin/wirkstoffe/sonstige-wirkstoffe/melatonin (Abruf vom 04.08.2017).

Wikipedia: Melatonin. In: https://de.wikipedia.org/wiki/Melatonin (Abruf vom 04.08.2017)

Spiegel Online: DAK-Bericht: Immer mehr Deutsche schlafen schlecht. In: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/schlafstoerungen-immer-mehr-deutsche-schlafen-schlecht-a-1139002.html (Abruf vom 04.08.2017)

Melatonin. In: http://www.webmd.com/vitamins-supplements/ingredientmono-940-melatonin.aspx?activeingredientid=940 (Abruf vom 04.08.2017)

Oft draußen – reicht das?

Warum Aufenthalte in der Sonne oftmals nicht ausreichen, um seinen Spiegel hoch zu halten

Vitamin D ist eigentlich kein Vitamin, das zugeführt werden muss –  die Haut kann es selbst herstellen, wenn es direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, und zwar der UVB-Strahlung. Deshalb meinen sich auch so viele, die oft draußen sind, in Sicherheit –  sie glauben, ihre Haut würde automatisch den Vitamin D-Speicher in der Sonne wieder auffüllen. Doch Studien zeigen das Gegenteil auf: So wurden 214 College Football Spieler in den USA auf ihren Vitamin D-Spiegel untersucht. Eigentlich würde man glauben, dass die Spieler, die sich in der Sonne bekämpfen, auch einen hohen Spiegel haben. Doch dem ist nicht so:

– 126 der 214 Spieler (59%) hatten einen Mangel (Spiegel unter 20 ng/ml)
– 10 % der Spieler hatten einen starken Mangel (Spiegel unter 10 ng/ml)
– 86 % der Spieler waren nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt (Spiegel unter 31 ng/ml)

86 % hatten also trotz des Spielens in der Sonne nicht ausreichend Vitamin D! Weniger als jeder Fünfte hatte einen ausreichenden Spiegel!

Hat dies Konsequenzen? Ja, die Studie bescheinigt, dass in der Gruppe mit niedrigem Vitamin D-Spiegel auch signifikant mehr Muskelprobleme und -verletzungen auftraten. 14 Spieler haben mindestens 1 Spiel aufgrund von Muskelverletzugnen ausfallen lassen müssen. Deshalb kann es gerade für Sportler sinnvoll sein, auf ihren Vitamin D Spiegel zu achten.

Doch warum nur sind die „Unter-der-Sonne-Kämpfer“ mit Vitamin D unterversorgt? Darüber gibt die Studie keine Auskunft, hier meine Vermutungen:

  1. Die Football-Saison ist nicht ganzjährig, außerdem kann der Körper im Winter kaum Vitamin D tanken, somit können die Speicher der Sportler nur im Frühjahr und im Sommer aufgefüllt werden. Das reicht in unseren Breitengraden nicht, auch wenn man öfter als der Durchchnitt in die Sonne geht.
  2. Die Football-Spieler gehen mit sehr viel Kleidung in die Sonne, im Prinzip sind nur ein Teil des Gesichts, ein Stück Waden und 3/4 der Arme der Sonne ausgesetzt. Somit kann der Körper nicht viel Vitamin D produzieren.
  3. Es ist wahrscheinlich, dass viele Football-Spieler VOR dem Training Sonnenschutz auftragen. Damit stellt der Körper rein gar kein Vitamin D her.

Die College Spieler mögen vielleicht 3-4 mal wöchentlich in der Sonne sein (geschätzt), doch als College-Studenten werden sie sich auch oft in Gebäuden aufhalten. D. h. sie bekommen das Gefühl, oft draußen zu sein, doch ihre Wochenbilanz ist vielleicht bei 6-9 Stunden (ich schätze einfach, dass einmal wöchentlich ein Spiel stattfindet, und 2x wöchentlich ein Training). Wenn sie halbnackt und ohne Sonnenschutzmittel dieses Training absolvieren würden, wäre ihre Vitamin D-Bilanz sicherlich besser, so haben sie den Eindruck, sie sind oft draußen, doch es bringt ihnen nicht viel. Ein fataler Irrtum!

Die Angst vor Hautkrebs lässt auch viele viel zu früh Sonnenschutz auftragen. Natürlich ist Sonnenschutz notwendig, wenn sich länger in der Sonne aufgehalten wird! Aber der Körper wird es auch danken, wenn man mit dem Auftragen ein wenig wartet – zu den genauen Zeiten siehe mein Artikel Vitamin D tanken: So geht´s“. Wenn Sie z. B. der leicht empfindliche Hauttyp sind (Typ 3), und im Juli um 12 Uhr in die Sonne in Deutschland gehen…

…können Sie nach der Berechnung 20 Minuten in die Sonne. Diese 20 Minuten sollten Sie auch nutzen! Und sich erst danach eincremen.

Auch macht es Sinn, im Sommer Vitamin D zu substituieren. Denn in einer Stunde Sonnenbad im Sommer unter freiem Himmel (in Badekleidung!) kann der Körper zwar 10.000 bis 20.000 Einheiten Vitamin D produzieren, aber wer ist schon mehrmals wöchentlich ohne Sonnenschutz im Freibad? (Vielleicht wundern Sie sich über die Schwankung von 10.000 bis 20.000 Einheiten – aber das ist abhängig von Hauttyp, Alter, Liegeposition – dunklere Hauttypen produzieren weniger Vitamin D in der gleichen Zeit wie hellere). Ich kenne kaum jemanden in unseren Breitengraden, der sich stundenlang wöchentlich ohne Sonnenschutz mit wenig Kleidung in der Sonne aufhält. Die meisten gehen arbeiten oder zur Schule, d. h. sie gehen morgens vor 8 Uhr los und kommen zwischen 17 und 19 Uhr wieder nach Hause. Da die wenigsten in Tanktop und Minirock zur Arbeit gehen, sind die meisten auch stark bekleidet, und halten sich die längste Zeit in Räumlichkeiten auf. Es reicht zum Vitamin D-Tanken einfach nicht aus, nur am Wochenende in seinem Schrebergarten das Unkraut zu zupfen! Aber das ist alles pure Theorie – Sie können das wirklich ganz einfach selber überprüfen, ob ihr Aufenthalt in der Sonne ausreicht, indem Sie ihren Spiegel überprüfen lassen – entweder beim Hausarzt, beim Endokrinologen oder über Test-Kit, dass sie im Internet bestellen können (einfach Vitamin D Test Kit googeln oder den Online-Händler Ihres Vertrauens aufsuchen). Dann wissen Sie, wie hoch ihr Spiegel ist, und dann können Sie sich auch ausrechnen, wieviel Vitamin D Sie brauchen (Zur Berechnung empfehle ich das Buch „Gesund in 7 Tagen“ von Dr. Raimund von Helden).

Oft draußen – reicht das auch bei Kindern? Da viele Kinder oftmals auch gerne draußen spielen, wiegen sich Eltern auch oftmals in Sicherheit bezüglich der Vitamin D Versorgung ihrer Sprösslinge. Ich muss hier mit meinen Aussagen ganz vorsichtig sein, da die Behandlung von Kindern immer ein sensibles Thema ist.

Sie müssen allerdings wisssen, dass wenn die Mutter in ihrer Schwangerschaft schon einen niedrigen Spiegel hat, dass das Kind auch mit einem niedrigen Spiegel zur Welt kommt.

Auch werden den Säuglingen nur in den ersten 1-2 Jahren vom Kinderarzt Vitamin D verschrieben. Außerdem sind Eltern und Erzieher bezüglich Sonnenbrand immer überfürsorglich und cremen die Kleinen schnell ein – und somit kann kein Vitamin D in der Haut der Kleinen produziert werden – trotz langem Spiels in der Sonne. Deshalb kann es vernünftig sein, dieses Thema einfach mal beim Kinderarzt anzusprechen und ihn zu bitten, den Spiegel zu kontrollieren.

Quellen:

A.: Vitamin D und Sonne. In: http://www.vitamind.net/sonne/ (Abruf vom 09.04.2017)

Vitamin D Council: Research shows that college football players have a high prevalence of vitamin D deficiency. In: https://www.vitamindcouncil.org/research-shows-that-college-football-players-have-a-high-prevalence-of-vitamin-d-deficiency/ (Abruf vom 09.04.2017)

Vitamin D Council: Vitamin D during pregnancy and breastfeeding. In: https://www.vitamindcouncil.org/vitamin-d-during-pregnancy-and-breastfeeding/ (Abruf vom 09.04.2017).

Zur Berechnung:
Von Helden, Raimund: Gesund in sieben Tagen. Erfolge mit der Vitamin-D-Therapie. Ein Leitfaden für die Praxis. Dresden 2011.

37 Milliarden Einsparung in Deutschland möglich – wenn alle gesunden Vitamin D Spiegel hätten

Im Umkehrschluss: Statistisch mehr Lebensqualität und Wohlbefinden durch Vitamin D

45 % der Deutschen sind nach einer Schätzung unzureichend mit Vitamin D versorgt und 15-30 %  haben einen deutlichen Mangel – mit dem Risiko, dass dies Einfluss auf den Gesundheitszustand haben kann. Wenn dieser Mangel und diese Unterversorgung ausgeglichen wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch die Behandlungskosten zurückgehen – bis zu 37 Milliarden können nach dieser Schätzung durch die Gabe von Vitamin D in Deutschland eingespart werden – europaweit bis zu 187 Milliarden. Dies bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass Leute weniger ernsthaft krank werden, bzw. weniger behandelt werden müssen, wenn sie regelmäßig auf ihren Vitamin D Spiegel achten.

Das sind hohe Zahlen – es gibt Studien, die diese These unterstützen. So hat eine Studie die Kosten für Leute mit Osteoporose untersucht. In Europa gibt es so 27,8 Millionen Menschen über 55 Jahre, bei denen Osteoporose festgestellt wurde – circa 26,4 Milliarden werden in Europa zu ihrer Behandlung eingesetzt – es werden jährlich durch Osteoporose 1,24 Millionen Brüche in Europa verursacht. Wenn nun die Europäer täglich 1000 mg Calcium und 15 mcg (600 IE) Vitamin D supplementieren würden, könnte das Risiko, sich durch Osteoporose zu verletzen, um 15 % zurückgehen.

Und dies betrifft nur die Auswirkung einer Supplementierung auf Osteoporose! Man muss auch bei dieser Berechnung bedenken, dass 600 IE Vitamin D täglich aus meiner Sicht wirklich nicht viel ist. Ein normalgewichtiger Mensch von 70 kg braucht allein, um seinen Spiegel zu HALTEN, mindestens 3000 IE Vitamin D am Tag. D. h. wenn schon 600 IE so sehr helfen würden – wie stark würden dann 3000 IE helfen? Und wie stark könnte Vitamin D helfen, wenn nicht nur der Spiegel gehalten wird, sondern auch in den Normalbereich gebracht wird? (Wobei die Meinungen weit auseinandergehen, was der Normalbereich ist, hier liest man Zielwerte von 20 bis 70 ng/ml – wem man hier glaubt, ist wirklich eine Glaubens- und Vertrauensfrage. Das Vitamin D Council empfiehlt so eine tägliche Dosis von 5000 IE, um den Spiegel wieder anzuheben).

(In der gennanten Studie wurde gleichzeitig der Einsatz von Calcium empfohlen. In einer anderen Studie wurde bei Osteoporose der Einsatz von Magnesium (100 mg/Tag) hochgerechnet und geschätzt, dass in den US durch Magnesium 800 Millionen Kosten eingespart werden könnten. Brüche können somit auch theoretisch durch den Einsatz von Magnesium vermieden werden. Tatsächlich braucht der Knochenstoffwechsel alles drei – Calcium, Magnesium und Vitamin D – und auch Vitamin K).

Damit könnten jährlich schätzungsweise 186.690 Osteoporose-Brüche verhindert werden. Dadurch könnten europaweit fast 4 Milliarden Euro eingespart werden.

Eine Studie aus Kanada hat noch stärkere Argumente für Vitamin D: Hier wurde die Todesrate untersucht, und zwar im Zusammenhang mit Krankheiten, die auch durch einen Vitamin D Mangel ausgelöst werden können. Das Ergebnis: 16,1 % Tote (31.000 Kanadier), die im Zusammenhang mit Vitamin-D-Mangel stehen, könnten jährlich durch Anhebung des Vitamin D Spiegels auf  42 ng/ml vermieden werden und die Krankenkassen in Kanada um 14,4 Milliarden Dollar entlasten – das sind 7,3 % der Gesundheitskosten in Kanada. Bitte hier nicht missverstehen – nicht 16 % ALLER Tode könnten durch Anhebung des Vitamin D Spiegels vermieden werden, sondern 16 % aller Tode bei Menschen, die eine Krankheit haben, die auch im Zusammenhang mit einem niedrigen Vitamin D Spiegel steht.

Die kanadische Studie beruft sich auch auf eine amerikanische Studie, bei der 13.331 Personen untersucht wurden – und 8,7 Jahre später nochmals. Die Studie fand ein 26 % höheres Todesrisiko für die, deren Vitamin D Spiegel unter 18 ng/ml war, verglichen mit denen, dessen Spiegel über 32 ng/ml war.

Und eine weitere Studie unter Veteranen in den US hat festgestellt, dass die Gesundheitskosten bei Veteranen signifikant ansteigt, wenn diese einen Vitamin D Mangel haben. Dabei hat man 886 ehemalige Soldaten untersucht; Bei denjenigen, die einen Mangel hatten, waren die Gesamtkosten um 39 % höher als bei Veteranen mit einem höherem Spiegel. Die mit Vitamin D unterversorgten Soldaten kamen öfter zur notdienstärztlichen Behandlung, mussten öfter in die Klinik und verbrachten auch mehr Zeit in Kliniken. Das heißt letztlich: Sie waren öfter oder stärker krank als ihre Kollegen mit einem höheren Spiegel.

Ich finde es eigentlich bedauerlich, dass hier die KOSTEN mit Vitamin D in Verbindung gebracht werden – der Fokus sollte eigentlich auf den Umkehrschluss sein:

die gesamte Lebensqualität und das Wohlbefinden, ja der Gesundheitszustand kann sich bei einem höheren Vitamin D Spiegel verbessern, während gleichzeitig das Todesrisiko laut diesen Studien sinkt.

Diese Studien lösen auch eine Diskussion aus, Lebensmittel mit Vitamin D anzureichern. Wenn dies wirklich Vitamin D3 und nicht künstliches Vitamin D2 ist, klingt das nach einem vielversprechendem Ansatz. Andererseits darf der Konsum angereicherter Lebensmittel nicht zu einem falschen Gefühl der Sicherheit führen. Jeder einzelne ist aus meiner Sicht in der Verantwortung, regelmäßig seinen Vitamin D Spiegel überprüfen zu lassen und zu substituieren, da reichen ein paar Hundert Einheiten Vitamin D in den Cornflakes nicht. Auch diejenigen, die gerne und oft in die Sonne gehen, müssen auf ihren Spiegel achten, denn man kann nicht FÜHLEN, ob man ausreichend versorgt wird – dies kann nur ein Bluttest feststellen. Wenn Sie beruflich stark eingebunden sind und nicht extra zum Arzt gehen möchten, dann holen Sie sich doch ein Vitamin D Test Kit, das es problemlos online zu kaufen gibt (auch bei amazon). Sie müssen sich dann nur ein paar Tropfen Blut aus dem Finger quetschen und einschicken, es gibt dafür immer eine genaue Anleitung. Und diese Test-Kits kosten in etwa soviel, wie auch der Arzt für den Test berechnen würde. Allerdings lassen manche Hausärzte einen kostenlosen Vitamin-D-Test im Rahmen der 2jährigen Untersuchung zu, die man ab 35 Jahre haben kann. Auch der Endokrinologe als Stoffwechsel-Spezialist kann kostenlos solch einen Test anordnen. Hauptsache ist: Sie haben ein Auge auf Ihren Spiegel.

Warum nur finanzieren Krankenkassen nicht eine generelle Anhebung des Vitamin D-Spiegels um erhebliche Kosten zu sparen? Ich kenne leider die Verstrickung der Pharmaindustrie in die Planungen der Krankenkassen nicht und kann dies nur Ihren eigenen Verschwörungstheorie-Phantasien überlassen. Aber es ist schon verwunderlich, dass einfache und kostengünstige Mittel nicht genutzt werden, um Krankheiten zu verbessern und die Gesamtkosten in sehr erheblichem Umfang zu senken.

 

Quellen:

Arnold, Greg: New Study Puts Cost on Vitamin D Deficiency. In: http://www.naturalhealthresearch.org/new-study-puts-cost-on-vitamin-d-deficiency/ (Abruf vom 09.04.2017).

Daniells, Stephen: Vitamin D could save Germany €40 billion in health costs. In: http://www.nutraingredients.com/Research/Vitamin-D-could-save-Germany-40-billion-in-health-costs (Abruf vom 09.04.2017).

Vitamin D Council: Vitamin D and calcium supplementation could save Europe nearly €4 billion in healthcare costs. In: https://www.vitamindcouncil.org/vitamin-d-and-calcium-supplementation-could-save-europe-nearly-e4-billion-in-healthcare-costs/ (Abruf vom 09.04.2017).

Peiris AN / Bailey BA / Manning, T.: The relationship of vitamin D deficiency to health care costs in veterans. In: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19149342 (Abruf vom 09.04.2017).

VitaminDWiki: Sparen 2 Milliarden Dollar jährlich in Brüche, wenn nehmen Vitamin D und Calcium – Frost and Sullivan September 2013. In: https://www.vitamindwiki.com/tiki-index.php?page_id=6011 (Abruf vom 09.04.2017)

Nutraceutical Business Review: Cost of dealing with bone fractures could plunge with wider use of calcium + vitamin D supplements. In: https://www.nutraceuticalbusinessreview.com/news/article_page/Cost_of_dealing_with_bone_fractures_could_plunge_with_wider_use_of_calcium__vitamin_D_supplements/126230 (Abruf vom 09.04.2017).

Zentrum der Gesundheit: Knochendichte erhöhen. In: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/starke-knochen-ia.html (Abruf vom 09.04.2017).

Vitamin D3 – Was ist das?

Vitamin D3 ist ein elementarer Bestandteil des menschlichen Körpers und notwendig um unseren Organismus lange und gesund am Laufen zu halten. Es reguliert tausende von Prozessen im menschlichen Körper. Bis vor ein paar Jahren war die Wissenschaft davon überzeugt, dass Vitamin D ausschließlich durch Sonneneinstrahlung auf die menschliche Haut über Nieren, Herz und Leber produziert werden kann. Heute weiß man, dank dem Dermatologen, Psychologen und Biophysiker Prof. Michael F. Holick dass praktisch jede Zelle im Körper die Produktion von Vitamin D3 umsetzen kann.

Was kann Vitamin D3?

Vitamin D3 ist ein Heilmittel für den Körper, so Holick. Es ist in der Lage leichte bis schwere Erkältungen, Grippe oder schlimmere Erkrankungen des Gewebes und der Knochen zu heilen. Besonders effektiv ist der Einsatz von Vitamin D3 bei Brust-, Prostata- oder Darmkrebs, da es genau dort das Wachstum der Krebszellen verhindert. Im Umkehrschluss wird sogar angenommen, dass Vitamin D3 Mangel, als direkte Ursache für die Entstehung von bösartigen Tumoren oder Krebszellen festgemacht werden kann. Zahlreiche Studien belegen diese Annahmen.
Im Jahr 2014 veröffentlichte das Britische „Journal of Cancer“ einen Artikel in dem es die positiven Wirkungsweisen von Vitamin D3 auf die Krebszelleneindämmung beschreibt und mit neuesten wissenschaftlichen Fakten belegt.

Man kann heute bis zu 15 verschiedene Krebsformen in direkte Verbindung zu einem Vitamin D3 Mangel bringen. Dazu zählen Brust- und Darmkrebs aber auch viele andere Formen.

Die derzeitige Situation im Großraum Europa und den USA

Studien, die bereits im Jahr 2012 vom Bundesamt für Gesundheit durchgeführt und veröffentlicht wurden zeigen eine Auswertung des durchschnittlichen Vitamin D3 Vorrats im menschlichen Körper der Bevölkerung. Im Durchschnitt mangelt es knapp 50% der Bevölkerung der Schweiz sowie Deutschland an Vitamin D3. Werte zwischen 50 und 75 nmol/l gelten laut Definition als Mangelzustand. Derzeit liegt der durchschnittliche Wert bei weniger als 50 nmol/l. In Deutschland wurden zu diesem Zeitpunkt knapp 4000 Menschen aller Altersgruppen in die Studie einbezogen. Auch hier konnte ein erheblicher Vitamin D Mangel bei mehr als 57% der Teilnehmer festgestellt werden. Dazu kommt, dass die Vitamin D Unterversorgung im größeren Umfang bei Frauen über 65 festgestellt werden konnte. Sehr ähnliche Ergebnisse wurden in den USA festgestellt. Dabei wurden folgenden Werte ermittelt: Etwa 40% der Gesamtbevölkerung leidet unter einem unzureichenden Vitamin Vorrat, darunter 76% aller schwangeren Frauen und sogar 81% deren Neugeborenen. Gerade die ältere Bevölkerung weist einen enormen Mangel auf, weshalb immer häufiger Krankheiten in den Vordergrund treten.

Wieso ist der Vitamin D3 Mangel innerhalb der Bevölkerungsdichte so hoch?

In den Medien und Informationsportalen und in Ratgebern gegen bestimmte Krankheiten ist von Vitamin D3 häufig nichts zu lesen. Woran kann das liegen? Die Wissenschaft hat bereits durch zahlreiche Studien belegt, dass ein ausreichender Vitamin Haushalt das Leben und den Körper der Menschen jung und gesund hält.
Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass eine Stunde in der Sonne, die Lebensdauer der Zellen und deren Wirkungsweise um ein vielfaches steigern kann. In der Werbung werden aber nur Sonnenschutzmittel angepriesen, nicht die Wirkung der Sonne selbst. Sonnenschutzmittel kann die Wirkung der Sonneneinstrahlung derart vermindern, dass bereits Lichtschutzfaktor 15 die Vitamin D3 Produktion um 100% blockiert. Die fehlgeleiteten Informationen der Industrie schränken die Menschen in einem extremen Maß ein.

Die Medizin und die Pharmaindustrie scheinen diese Informationen zwar zu bekommen, setzen Sie aber nicht um. Vielleicht liegt das gerade daran, dass man Sonnenlicht weder patentieren noch teuer in Dosen verkaufen kann.

So können Sie Ihren Vitamin D3 Haushalt im Sommer und Winter aufrechterhalten

Glücklicherweise ist unser Körper in der Lage Vitamin D3 zu speichern. Da die Sonneneinstrahlung im Winter gerade in Deutschland sehr gering ausfällt und besonders die arbeitende Bevölkerung dann häufig keine Zeit mehr hat, sich in der Sonne aufzuhalten sollten Sie wissen, dass Sie Ihre Vitamintanks im Sommer füllen und über den Winter aufbrauchen können. Sie sollten täglich circa 30 Minuten in der Sonne verbringen – ohne Sonnenschutzmittel. Vitamin D wird in den körpereigenen Fettzellen gespeichert. Hier geht ein weiteres Problem einher, dass im Zusammenhang mit Vitaminmangel steht. Obwohl Vitamin D3 in den Fettzellen gespeichert wird, wird bei Übergewicht das Vitamin nicht mehr an den Körper abgegeben. Daher leiden besonders häufig auch fettleibige Menschen an dieser Mangelerscheinung.
Im Sommer – von April bis September – sollten Sie darauf achten täglich mindestens für 15 Minuten in der Sonne zu liegen. Je dunkler der Teint desto länger sollte das Sonnenbad dauern. Dabei sollten Sie gerade die Mittagssonne nutzen, da diese relativ hoch steht und die wichtigen UVB-Strahlen Sie auch erreichen können.
Nicht vergessen: Vor dem geschlossenen Fenster zu sitzen und sich bestrahlen zu lassen hat keinerlei Effekt. Die UV-Strahlen können das Glas nicht durchdringen.
Im Winter – von Oktober bis März – fehlt die tägliche Sonne und damit die Möglichkeit dem Körper Vitamin D3 in seiner natürlichen Form zuzuführen. Da die Sonne im Winter zu tief steht, erreichen die wertvollen Strahlen die Haut eigentlich nicht. Der Körper zehrt nun von seinen Reserven. Daher entstehen auch immer gegen Februar-März die gefürchteten Grippewellen, weil die Menschen zu diesem Zeitpunkt meist den Vitamin D Vorrat aufgebraucht haben und der Körper sich nicht mehr selbst gegen Viren und Bakterien schützen kann.

Können Sie Vitamin D3 auch über die Nahrung aufnehmen?
Viele Ärzte schwören darauf, dass das benötigte Vitamin auch über die Nahrung aufgenommen werden kann. Theoretisch stimmt das, praktisch irgendwie nicht. Vitamin D3 ist beispielsweise in Milch enthalten. Um aber die nötige Menge davon in den Körper zu speisen müssten Sie täglich knapp 22 Liter Milch trinken, eine unmögliche Angelegenheit. Eine Ernährungsumstellung auf Fisch, besonders Makrele oder Lachs, circa 3 bis 4-mal die Woche kann auch eine ausreichende Versorgung garantieren. Wer dann keinen Fisch mag hat mehr oder weniger Pech gehabt. Auch hier gilt aber, dass eine enorme Zufuhr von Fisch nötig ist, um den Bedarf zu decken – circa 1 Kilogramm Fisch täglich.
Sogenannte Vitamin Präparate und Ergänzungsmittel versprechen hier zwar Abhilfe sind aber auch mehr oder weniger nutzlos. Die Dosierungen, gerade die die in den vielen Drogeriemärkten existieren, sind zu schwach und nützen dem Körper nichts. Wenden Sie sich hierfür an Ihren Hausarzt, denn in der Apotheke können Sie auf Rezept auch hochdosierte Vitamin D3 Präparate kaufen.

13 Mythen über Vitamin D – Teil 3

Ich habe bereits in zwei Berichten über Vitamin-D-Mythen berichtet, über die ich in Gesprächen oder im Netz immer wieder stolpere. Ich möchte in diesem dritten Teil auf folgende Mythen eingehen:

  1. Ich kann mich ganz schnell mit Vitamin D überdosieren, da muss ich vorsichtig sein
  2. Ich kann meinen Spiegel mit kleinen Dosen an Vitamin-D wieder hochfahren
  3. Mein Arzt ist gegen Vitamin-D-Einnahme und mein Arzt hat immer Recht, schließlich ist er Arzt

Und hier meine Antworten auf diese Behauptungen:

  1. Ich kann mich ganz schnell mit Vitamin D überdosieren, da muss ich vorsichtig sein.

Das Argument höre ich oft – es scheint bei vielen eine völlige Panik zu bestehen, sich mit Vitamin D zu vergiften. Wenn einen der Arzt eine Tablette verschreibt, hat man kaum Angst vor den Nebenwirkungen, aber ein Vitamin wird als gefährlich angesehen – das will mir nicht in den Kopf. Aber ich will diese Leute ernst nehmen und erstmal beruhigen: So schnell vergiften Sie sich nicht mit Vitamin D! Die ersten Vergiftungserscheinungen treten bei einen Spiegel von 150 ng/ml auf – Sie müssten bei einem Anfangsspiegel von 30 ng/ml schon 1,2 Millionen Einheiten an Vitamin D3 zu sich nehmen, damit das passiert! Ich hatte dazu einen Artikel geschrieben: „Mit Vitamin D vergiften“. Sie können ganz einfach der Vergiftung vorbeugen, indem Sie sich ausrechnen, wieviel Vitamin D Sie benötigen. Dr. Raimund von Helden hat dazu ein Buch geschrieben: „Gesund in 7 Tagen“ – nehmen Sie die Formel daraus und rechnen Sie es sich aus! Sie müssen nur einen Anfangswert haben – messen lassen (!) – und einen Zielwert, und dann können Sie sich ausrechnen, wieviel Vitamin D Sie brauchen – sowohl als Anfangsdosis zum Hochbringen des Spiegels wie auch als Erhaltungsdosis zum Erhalt des Spiegels. Was ein gesunder Zielwert ist? Darüber streiten sich die Mediziner. Es gibt tatsächlich Ärzte, die schon einen Spiegel von 20 ng/ml als ausreichend ansehen, doch aus meiner Sicht ist das schon eine absolute Unterversorgung.  Doch was ist ein guter Zielwert? Das ist Ihre ganz persönliche Entscheidung. Mal als Gedanken: Surfer, die viel in der Sonne sind, haben auf Hawaii einen Wert von 70 ng/ml. Und die Lifeguards auf Hawaii sogar einen Wert von 100 ng/ml. Der Körper kann also, wenn er die Chance dazu bekommt, von selbst einen Spiegel von 70-100 ng/ml anpeilen. Was peilen Sie an?

Illustration Vitamine, Medizin

 

2. Mein Arzt ist gegen Vitamin-D-Einnahme und mein Arzt hat immer Recht, schließlich ist er Arzt.

Das ist ein tragischer Gedankengang! Ärzte machen nie Fehler? Wie kann es dann sein, dass jährlich fünf mal mehr Menschen in Kliniken durch Behandlungsfehler sterben, als durch Verkehrsunfälle? Somit sterben 18.800 Menschen durch ärztliche Fehlentscheidungen und in 188.000 Fällen kommt es jährlich zu Behandlungsfehlern in Krankenhäusern –  also in 1 % der Fälle. In vielen Fällen wären die Fehler vermeidbar, so der Krankenhausreport. Ärzte sind eben auch nur Menschen. Und Menschen machen Fehler. Das ist der eine Aspekt dieser Frage. Der andere Aspekt ist, dass in der medizinischen Ausbildung kaum über Vitamin D gelehrt wird – ich bin mir sicher, Sie finden auf dieser Seite mehr Artikel über Vitamin D als ein Medizinstudent zu diesem Thema je lesen muss. Viele Ärzte sind somit nicht über Vitamin D informiert und kennen nur die Grenzwerte, die vom Labor vorgegeben werden. Bei bei manchen Laboren sind das nur 20 ng/ml – bei diesem Wert würde schon kein Mangel vorliegen – da greife ich mir an den Kopf! Gerade die Schulmediziner, die mit einer gewissen Arroganz nur das weitergeben, was sie an der Uni gelernt haben, sind meist nicht offen beim Vitamin-D-Thema. Was macht man also, wenn man seinen Spiegel beim Arzt messen lassen möchte und der Arzt den Kopf schüttelt? Mehrere Möglichkeiten:

  1. a) Sie sagen Ihrem Arzt, dass sie den Spiegel auf eigene Kosten messen lassen möchten und fragen ihn, ob er auf diese Einnahme verzichten will
  2. b) Sie messen ihn nicht und laufen weiterhin unterversorgt herum
  3. c) Sie messen ihn nicht sondern schätzen ihn – doch ich möchte betonen, dass man seinen Spiegel nicht „fühlen“ kann. Mir sind einige Fälle bekannt, bei denen Personen vor der Messung einen Mangel abgestritten haben und dann ganz erstaunt waren, dass ihr Spiegel bei unter 10 ng/ml war!!!
  4. d) Sie wechseln den Arzt und gehen zu einem der offen ist für Naturmedizin
  5. e) Sie bleiben beim Arzt und gehen zusätzlich zu einem Heilpraktiker
  6. f) Sie suchen auf eigene Faust ein medizinisches Labor auf und lassen sich dort Blut abnehmen und ihren Spiegel überprüfen (machen viele Labore, kostet ca. 30 Euro)
  7. g) Sie kaufen sich bei Amazon ein Vitamin-D-Test-Kit (einfach „Vitamin D Test“ bei Amazon eingeben, kostet 28,-/29,- Euro).

Die Entscheidung liegt bei Ihnen…

Sie braucht allein, um den Spiegel zu halten ca. 35.000 IE in der Woche! (Ja, sie ist etwas beleibt…)

3. Ich kann meinen Spiegel mit kleinen Dosen an Vitamin-D wieder hochfahren.

Ich kenne jemanden, bei der ein Spiegel von 9 ng/ml diagnostiziert wurde. Der Arzt hat ihr daraufhin Vigantoletten mit 1000 IE verschrieben – sie sollte einmal täglich eine nehmen. Ernsthaft? Ernsthaft! Doch mit dieser kleinen Dosis hätte sie bei ihrem Körpergewicht den Spiegel nicht mal halten können geschweige denn hochfahren! Sie braucht allein, um den Spiegel zu halten ca. 35.000 IE in der Woche! (Ja, sie ist etwas beleibt…). Es ist ein absoluter Mythos, dass man mit kleinen Dosen den Spiegel hochfahren kann… Das geht rechnerisch nicht! Wenn Ihr Arzt sowas behauptet, dann wechseln Sie Ihren Arzt oder holen Sie sich eine zweite Meinung ein! (Von einem Naturmediziner z. B.). Ein kleiner Spiegel plus eine kleine Dosis gibt nunmal keinen großen Spiegel! Eins plus Eins gibt nunmal Zwei und keine Zweitausend! Wenig plus wenig bleibt wenig und nicht viel! Sie können mit kleinen Dosen nicht Ihren Spiegel hochfahren oder halten, sorry für meine klaren Worte! Und lassen Sie sich nicht täuschen, wenn in der Apotheke oder online im Vitaminshop eine Tagesdosis von 1000 IE als Richtwert angegeben wird – die müssen so etwas sagen, denn höhere Dosen dürfen nur Ärzte verschreiben! Deshalb wird jeder Apotheker und jeder Internet-Shop Ihnen nur 1000 IE Tagesdosis empfehlen, weil sonst kriegen sie richtig Ärger. Man findet deshalb im Internet immer „Depot“-Dosen, d.h. es werden z. B. Tabletten mit 5000 Einheiten verkauft und diese dann „Depot“ benannt – das müssen die machen, sonst dürften sie keine 5000 Einheiten verkaufen! Denn 5000 Einheiten wären zuviel, dass ein Shop sie als Tagesdosis vertreiben dürfte – deshalb verkaufen sie sie als „Depot“. Also: fallen Sie nicht auf diese Angaben herein. Informieren Sie sich selbst – auf dieser Seite,  auf anderen Seiten und durch Bücher – und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung über Vitamin D. Denn nur Sie allein sind der Boss über Ihren Körper und kein Schulmediziner.

Sie wollen noch mehr zum Thema Mythen lesen? Hier die Behauptungen aus meinem ersten Teil:

  1. Wenn ich mich regelmäßig im Freien aufhalte, muss ich nicht auf meinen Vitamin -D-Spiegel achten
  2. Ich kann spüren, wenn mein Vitamin-D-Spiegel unten ist, erst dann muss ich welches einnehmen
  3. Vitamin D wird bei jeder Sonneneinstrahlung produziert, auch im Schatten
  4. Vitamin D wird auch im Winter produziert
  5. Ich muss mich immer mit Sonnenschutz eincremen, das hat keinen Einfluss auf meinen Vitamin-D-Spiegel
  6. Mein Körpergewicht hat keinen Einfluss auf meinen Vitamin-D-Status, das hat nur die Sonne.

Und in diesem Artikel finden Sie die Antworten auf folgende Vitamin-D-Mythen (Teil 2):

  1. Vitamin D schützt nicht vor Krankheiten, das ist übertrieben
  2. Dunkelhäutige Menschen haben keinen Vitamin D Mangel, da sie sich ohne Sonnenschutz länger in der Sonne aufhalten können
  3. Menschen in heißen Gegenden wie Indien haben auch keinen Vitamin D-Mangel, da sie ja dauernd Sonne haben

Quellen:

Frankfurter Allgemeine: AOK-Krankenhausreport: Mehr Tote durch Behandlungsfehler als durch Verkehrsunfälle. In: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/aok-krankenhausreport-mehr-tote-durch-behandlungsfehler-als-durch-verkehrsunfaelle-12761937.html (Abruf vom 16.10.2016)
Von Helden, Raimund: Gesund in sieben Tagen. Erfolge mit der Vitamin-D-Therapie. Ein Leitfaden für die Praxis. Dresden 2011.
Gräber, René: Böse Sonne, gute Sonne: Neue Erkenntnisse zum Vitamin D. In: http://www.yamedo.de/blog/boese-sonne-gute-sonne-vitamin-d-2012/ (Abruf vom 16.10.2016)